Barclays-Räuber verurteilt

Ein Londoner Geschworenengericht hat neun Mitgliedern der kriminellen Gruppierung, die die Bank Barclays mittels Einschleusung von KVM-Geräten um mehr als 1,25 Millionen Pfund Sterling (2,1 Millionen Dollar) erleichtert hat, zu Gefängnisstrafen von einem halben Jahr bis zu 8 Jahren verurteilt.

Laut Ermittlungsakten installierte einer der Komplizen, der sich gegenüber der Bank als ‚Computermonteur‘ ausgegeben hatte, den KVM-Switch und das Modem in der Bank. In der Folge erhielten die Verbrecher entfernten Zugriff nicht nur auf den Rechner mit dem eingeschleusten Gerät, sondern auch auf das für diesen Rechner offene Netz und die dazugehörenden Informationen. Die illegalen Transaktionen wurden mit Hilfe einer Konsole umgesetzt, die sich in einem nahegelegenen Hotel befand; das Geld überwiesen die Räuber auf vorher eingerichtete Strohkonten.

Dank der Reaktionsgeschwindigkeit und Umsicht von Barclays selbst konnte die Hälfte der gestohlenen Summe zurück erlangt werden. Ein ähnlicher Raubversuch wurde in der Londoner Santander-Niederlassung unternommen, allerdings war die Polizei bereits vorgewarnt und es gelang den Gaunern nicht, irgendetwas zu stehlen. Beide betroffenen Institute beteiligten sich aktiv an den Ermittlungen.

Die Cybereinbrecher wurden der kriminellen Absprache zum Zwecke des Betrugs und des Raubes angeklagt sowie der Lagerung von Spezialwerkzeugen zur Durchführung von betrügerischer Aktivität. Überdies wird den Gangstern vorgeworfen, um die 500 Bankkarten illegal verwendet zu haben, deren Requisiten sie vorher gestohlen oder den Besitzern entlockt hatten, indem sie sich am Telefon als Bankmitarbeiter ausgaben. Mit dem Geld von den fremden Konten kauten sich die Komplizen Rolex-Uhren, andere Luxusartikel, hochwertige Elektronik und gaben so insgesamt mehr als 1 Million fremder Pfund aus.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wurden 10 Angeklagte verurteilt (einer wurde bereits im Oktober vergangenen Jahres auf Bewährung verurteilt). Vier weitere mutmaßliche Täter warten noch auf ihr Schicksal, das sich Mitte Juni dieses Jahres entscheiden wird.

Quelle: crimeandjustice

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