APWG über Phisher-Aktivität im vierten Quartal 2015

Im Zeitraum zwischen Oktober und Dezember des vergangenen Jahres wurden den Datenbanken der Anti-Phishing Working Group (APWG) etwa 158.600 individuelle Phishing-Sites hinzugefügt. Die meisten Einträge brachte erwartungsgemäß der Dezember. Während der Advents- und Weihnachtszeit ist die Aktivität im Netz besonders hoch, und die Cyberkriminellen versuchen alle Jahre wieder, daraus einen Nutzen zu ziehen. In dem angegebenen Zeitraum erhielt die APWG zudem über 173.000 individuelle Berichte über Phishing-Versendungen.

Die Zahl der von Phishern angegriffenen Marken blieb auf etwa demselben Niveau wie in den vergangenen Quartalen und betrug etwa 400 pro Monat, wobei sich die Namen auf dieser Liste allerdings ständig ändern. Die größte Aufmerksamkeit widmeten die Phisher Einzelhändlern und Dienstleistern (insgesamt 24,03% der Attacken). Die Kategorie „Internet-Services“, die das Rating der beliebtesten Ziele früher anführte, fiel auf den dritten Platz (18,46%) zurück und liegt jetzt noch hinter den Finanzorganisationen (20,47%). Die Bezahldienste, die APWG als eigenständige Kategorie wertet, landeten auf Rang vier (16,07%).

Das Länder-Rating nach Verteilung der Phishing-Sites wurde im Oktober von Belize (42,75%) angeführt, das den ständigen Spitzenreiter USA auf den zweiten Platz (42,56%) verdrängte. Im November tauschten dieses beiden Länder die Plätze (mit 50,90% und 27,22% respektive) und im Dezember war Belize aus diesem unrühmlichen Rating ganz und gar verschwunden, während der Anteil der USA auf 83,58% anstieg – in erster Linie aufgrund von betrügerischen Websites, die angeblich „Technischen Support“ oder Antivirenprogramme beinhalteten.

Die Infektionsstatistik für den Quartalsbericht präsentierte das APWG-Mitglied PandaLabs. Im vierten Quartal registrierte das Unternehmen insgesamt 14 Millionen neue Malware-Samples und wies besonders auf die starke Zunahme von potentiell gefährlicher Software (PUP) hin, die die Nutzer zusammen mit anderen Programmen auf ihre Systeme laden, sowie auf eine Zunahme von Ransomware.

Die Infektionsquote des globalen Computerbestands betrug laut PandaLabs von Oktober bis Dezember 35,45%, das ist etwas mehr als im vorangegangenen Quartal. Die Experten nehmen an, dass in erster Linie die Expansion von PUP Schuld an dem Anstieg dieses Wertes ist. Am höchsten ist die Befallquote in Asien und Lateinamerika. An der Spitze der TOP 10 nach diesem Wert steht China (57,24%), unter den ersten Zehn sind zudem Russland (Platz 5 mit 38,01%) und Polen (9. Platz, 36,83%). Am saubersten ist der Computerbestand in Skandinavien.

Die meisten von Phishern benutzten Trojaner und Downloader werden nach wie vor in den USA gehostet: Auf die Vereinigten Staaten entfielen monatlich zwischen 67,5 und 71% der Infektionsquellen-IPs.

Quelle: APWG

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