Virtuelle Bitcoins vs. reales Geld

Die Feiertage zum Ende des Jahres mit all den Geschenken, dem guten Essen, der Deko und der Festtagsgarderobe sind eine Herausforderung für jedes Budget. Daher ist es nicht erstaunlich, dass die Spammer nach dem Jahreswechsel verstärkt angeblich lukrative Verdienstmöglichkeiten im Netz bewerben. In massenhaften Versendungen setzen sie immer häufiger Bitcoins als Köder ein – die Kryptowährung, die man gegen Rechenleistung erhält. In Zeitungen und Zeitschriften ist immer mal wieder von Millionären zu lesen, die ihr Vermögen mit Hilfe dieser virtuellen Währung gemacht haben, was wiederum den Spammern in die Hände spielt, die hoffen, die Popularität dieser Geldeinheit zu ihren Zwecken ausnutzen zu können. Diese Hoffnung ist umso begründeter, da der Kurs dieser Währung nach jüngsten Beobachtungen stetig steigt (derzeit kostet 1 Bitcoin beispielsweise ca. 285 Euro), und die Bereicherung durch den Verdienst von Bitcoins durchaus real und attraktiv erscheint.

Das Thema „Verdienen mit Bitcoins“ wird von den Spammern völlig unterschiedlich eingesetzt. In einer von uns entdeckten Versendung wird auf den Investment-Trick eines Bitcoin-Millionärs verwiesen. Den Versprechungen in der Mail zufolge lassen sich mit Hilfe dieses Tricks anderthalbtausend Dollar pro Tag verdienen, selbst ohne Bitcoins zu kaufen.

 

Der Link in der Mail führt auf eine farbenfrohe Webseite, auf der ein gigantisches Einkommen versprochen wird! Um auf die Software, die den gewünschten Gewinn erst möglich macht, zugreifen zu können, muss lediglich die E-Mail-Adresse angegeben werden.

 

Wer sich bei einem solchen Projekt einschreibt, wird wohl kaum reicher werden. Bei derartigen Angeboten handelt es sich um verdeckten Finanzschwindel, aus dem ausschließlich der Organisator seinen Vorteil zieht. Dafür gelangt die auf der Website hinterlassene E-Mail-Adresse in eine Spammer-Datenbank und ihr Inhaber wird noch lange Zeit verschiedene „verlockende Angebote“ erhalten.

Eine andere von uns entdeckte Versendung enthielt das Angebot, Bitcoins in einer Lotterie zu erspielen. Dem Schreiben zufolge wurde der Anwender für die Teilnahme von dem Lotterie-Unternehmen ausgewählt, und er müsse jetzt lediglich eine Datei laden und installieren, bevor die Ziehung vorbei sei. Leider erwies es sich als technisch unmöglich, die Datei zu öffnen und deren Inhalt einzusehen, daher lassen sich über den weiteren Gang der Ereignisse nur Vermutungen anstellen. In jedem Fall sollte ein Schreiben von einer unbekannten Person, in dem der Gewinn einer märchenhaften Summe in einer ebenfalls völlig unbekannten Lotterie in Aussicht gestellt wird, Misstrauen erwecken. Und der Download einer Datei über einen Link, der in einer solchen Mail enthalten ist, kann eine absolut reale Bedrohung für den Computer darstellen.

 

In einem weiteren Schreiben wurde ein spezielles Programm zum Kauf angeboten, mit dem die bekannte Kryptowährung angeblich erwirtschaftet werden kann. Um ein hohes und stabiles Einkommen zu erzielen, ist nach Angaben der Spammer lediglich eine Investition von 7 Dollar nötig. Nachdem er diese Summe gezahlt hat, wird der Nutzer allerdings kaum irgendeinen Gewinn erzielen. Vielmehr wird versucht werden, ihn in einen Finanzschwindel hineinzuziehen, wobei jegliche Einnahmen in den Händen der Organisatoren landen.

 

Derzeit wird das Bitcoin-Mining mit der Suche nach Goldadern zu Zeiten des großen Goldrausches verglichen. Je mehr Bitcoins produziert werden, desto schwerer ist es, sie zu schürfen. Während ursprünglich nur ein gewöhnlicher PC erforderlich war, um Einnahmen in Form der Kryptowährung zu erzielen, so müssen nun zunächst spezielle „Miningfarmen“ geschaffen werden, was große finanzielle Investitionen erforderlich macht. Doch nur so können heute neue Bitcoins erwirtschaftete werden, wobei Aufgaben von solcher Komplexität gelöst werden müssen, dass ein einfacher PC 5-6 Jahre damit beschäftigt wäre. All das zeugt davon, dass es technisch nicht möglich ist, irrsinnige Reichtümer in virtueller Währung zu verdienen – so verlockend die Versprechungen der Spammer auch klingen mögen. Und das heißt wiederum, dass es sich nicht lohnt, über Angebote nachzudenken, in denen es heißt, man könne „viel Geld mit nur wenigen Stunden pro Tag am Computer verdienen“.

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