Turbulenzen in der Blogsphäre

Ein Blogportal, www.geencommentaar.nl, richtete in Form einer Petition einen – wie ich es nennen möchte – ‚Web 2.0 Honigtopf‘ ein. Der Sinn der Sache bestand darin, die Aufmerksamkeit des größten holländischen Blogportals – www.geenstijl.nl – auf sich zu ziehen und die Leser von GeenStijl zu Kommentaren anzuregen.
GeenCommentaar protokollierte die IP-Adressen der User, die offensive Kommentare abgaben, und richtete eine Datenbank ein. (Viele derartige Kommentare kamen übrigens von GeenStijl-Usern). Andere Blogger hatten dann die Möglichkeit, die Datenbank einzusehen und zu überprüfen, ob eine spezielle IP-Adresse als offensiv eingestuft wurde. Wahrscheinlich sollte damit anderen Website-/Blog-Betreibern das Leben erleichtert werden, da sie so (vermutlich) unerwünschte Kommentare und Inhalte automatisch herausfiltern konnten.
Als GeenStijl bemerkte, was da vor sich ging, rächten sich die Betreiber, indem sie ihrer Seite ein Stück Javascript hinzufügten.
Das hatte zur Folge, dass eine zufällige IP-Adresse generiert wurde, wann immer jemand GeenStijl besuchte und die Datenbank von GeenCommentaar befragt wurde, ob die IP-Adresse als offensiv gekennzeichnet wurde. All das lief automatisch und ohne Wissen der Besucher ab.
Und was kam dabei heraus? Der Server von GeenCommentaar’s wurde damit nicht mehr fertig und auch andere Sites, die über denselben Server laufen, waren überladen.
Zusätzlich zu den offensichtlichen ethischen Einwänden haben die beiden beteiligten Parteien auch bestehende Gesetze gebrochen. Denn mit der Art die Daten zu verwenden – nämlich ohne die ausdrückliche Zustimmung der User – hat GeenCommentaar eindeutig die Grenze zur Illegalität überschritten. Und obwohl ich mir nicht sicher bin, wie ein Gericht darüber urteilen würde, so hat doch GeenStijl eine DDoS-Attacke auf den Server von GeenCommentaar gefahren. (Die Tatsache, dass der Server damit nicht mehr fertig wurde, ist dabei völlig irrelevant – eine DDoS-Attacke ist eine DDoS-Attacke, egal, ob sie erfolgreich ist oder nicht).
Ich kann nur hoffen, dass sich eine derartige Situation nicht wiederholt. Und ich hoffe zudem sehr, dass gegen beide Websites rechtliche Schritte eingeleitet werden, denn beide haben sich unmoralisch und gesetzeswidrig verhalten.
Wir haben alldieweil das DDoS-Skript als Trojan-Clicker.JS.Small.p in unsere Datenbanken aufgenommen.

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