TDSS-Downloader macht sich Beine

Dem Downloader des Schadprogramms TDSS, über das wir schon häufig berichteten (wie zum Beispiel hier und hier), sind „Beine“ gewachsen, und zwar in Form eines Selbstverbreitungsmechanismus. TDSS ist ein äußerst komplexes Programm und die Verbreitungsmethode seines Downloaders wurde von seinen Entwicklern besonders raffiniert umgesetzt.

Net-Worm.Win32.Rorpian – das ist der Name des Schädlings, der für die Installation auf den Computern verantwortlich ist — verbreitet sich auf zweierlei Arten:

  1. über mobile Datenträger
  2. über das lokale Netz.

Bei der ersten Verbreitungsmethode erstellt der Wurm auf den mobilen Datenträgern neben der Datei autorun.inf die Dateien setup.lnk, myporno.avi.lnk, pornmovs.lnk, die auf die Datei rundll32.exe verweisen, in den Parameter zu der die dynamische Bibliothek des Wurms angegeben ist. Diese Technik ist Standard und wird von zahlreichen Schadprogrammen eingesetzt.

Im zweiten Fall geht der Wurm nach dem folgendem Schema vor: Bei der Infizierung des Anwender-Computers überprüft er, ob ein DHCP-Server im Netz verwendet wird. Befindet sich der Computer in einem Netz, in dem das DHCP-Protokoll verwendet wird, beginnt der Schädling das Netz auf freie IP-Adressen zu scannen. Daraufhin startet der Wurm einen eigenen DHCP-Server und hört das Netz ab. Stößt er auf eine DHCP-Anfrage aus dem lokalen Netz, versucht der Wurm als erster darauf zu antworten, wobei er auf das Folgende verweist:

  1. eine IP-Adresse aus dem freien Adresspool
  2. das Haupt-Gateway auf dem infizierten Computer
  3. die Adresse des DNS-Servers der Cyberkriminellen.

Nach dieser Manipulation wird der Anwender bei dem Versuch, eine beliebige Site zu besuchen, auf den Server der Cyberkriminellen umgeleitet, wo er aufgefordert wird, seinen Browser zu aktualisieren.

Teil des Codes des Schädlings Net-Worm.Win32.Rorpian, der für die Arbeit mit dem DHCP-Protokoll verantwortlich ist

Solange der Anwender der Installation des „Updates“ nicht zustimmt, ist er nicht in der Lage, irgendwelche Websites zu besuchen. Erklärt er sich mit dem „Update“ einverstanden, so lädt er damit eine Modifikation des Wurms Net-Worm.Win32.Rorpian auf seinen Rechner. Nach der Infizierung des Computers ändert der Wurm die DNS-Konfiguration in eine Serveradresse von Google und entlässt den Nutzer ins Internet.

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