Tausende europäischer Kreditkarten nach Einbruch in Zahlungsprozessor gesperrt

Mehrere osteuropäische Banken haben Anfang der letzten Woche damit begonnen, ihre Kunden zu informieren, dass ihre Kreditkarten gesperrt wurden und durch neue ersetzt werden. Der Großteil dieser Banken gab keine weiteren Einzelheiten zu dem Vorfall bekannt und verabsäumte es in vielen Fällen sogar, ihre Kunden vor der tatsächlichen Kartensperrung zu benachrichtigen. Nur ein weiterer Tag im Processing von Payment-Transaktionen? In Anbetracht der überhasteten Reaktion seitens der Banken und des Mangels an Informationen rund um diesen Fall würde ich sagen, nein.

Begonnen hatte alles vor einer Woche, als die staatseigene rumänische CEC Bank als Reaktion auf einen Einbruch in einen der europäischen Zahlungsprozessoren von VISA rund 17.000 Kreditkarten sperren ließ.

Die Reaktion anderer Banken ließ nicht lange auf sich warten. Die rumänische Niederlassung der ING Bank bestätigte ebenfalls, infizierte Karten gesperrt zu haben, ohne jedoch Zahlen zu nennen. Laut ihrer Aussage seien nur wenige Karten gesperrt worden, und die Situation würde genau beobachtet.

Wenige Tage später begannen auch serbische Banken aus Sicherheitsgründen mit der Sperrung von Tausenden von Karten. Raiffeisen Bank, Komercijalna und Societé Générale bestätigen, von VISA darüber in Kenntnis gesetzt worden zu sein, dass die Karten einiger ihrer Kunden infiziert worden seien. Parallelen zu den Vorfällen in Rumänien sind unverkennbar.

Die Gerüchte verdichten sich, dass der europäische Ableger eines E-Payment Service Providers, Euronet Worldwide, der Ausgangspunkt für diesen Einbruch ist. Diese Information geisterte durch die Businessmedien in Rumänien (1, 2), und obwohl nicht offiziell bestätigt, würde sich dadurch erklären lassen, warum Kunden von unterschiedlichen Banken in unterschiedlichen Ländern betroffen waren.

Aufgrund der gemischten Reaktionen der Banken auf diese Ereignisse ist es nahezu unmöglich, die Schwere dieses Sicherheitsverstoßes einzuschätzen. Während einige Banken unverzüglich dazu übergingen, die betroffenen Karten ausnahmslos zu sperren und zu ersetzen, beschränkten sich andere darauf, die Situation genauestens zu verfolgen.

So ist es aktuell äußerst schwierig, sich ein Gesamtbild von den Vorfällen und Entwicklungen zu machen, aber wie es der Normalfall ist, wird es sich wahrscheinlich nicht um Einzelfälle handeln. Tatsächlich könnten diese Geschichten nur die Spitze des Eisbergs sein. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie kürzlich eine derartige Benachrichtigung Ihrer Bank erhalten haben, speziell, wenn Sie nicht in Rumänien oder Serbien leben.

In der Zwischenzeit empfehlen wir Ihnen dringend, die folgenden drei Regeln zu beachten, um zu vermeiden, Opfer eines Kreditkartenbetrugs zu werden:

  • Kontrollieren Sie Ihre Kartenabrechnungen so oft wie möglich. Überprüfen Sie, ob alle angeführten Zahlungen auch wirklich von Ihnen selbst durchgeführt wurden. Sollten Sie eine betrügerische Buchung feststellen, kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Bank.
  • Aktivieren Sie die Option Instant-SMS-Benachrichtigung, sofern Ihre Bank diese anbietet. Bei manchen Banken ist diese Option kostenlos, bei anderen kostenpflichtig – ganz gleich, es lohnt sich auf jeden Fall. Denn so erhalten Sie in Sekundenschnelle einen Bericht über die mit Ihrer Karte durchgeführten Zahlungen.
  • Sorgen Sie dafür, dass der Großteil Ihres Geldes auf einem Konto liegt, mit dem keine Bankkarte verbunden ist. Zwar mag es lästig erscheinen, jede Woche oder jeden Monat Geld von einem Konto auf einen anderes transferieren zu müssen, aber es kann Ihnen eine ganze Menge Ärger ersparen, sollte Ihre Karte einmal kompromittiert werden.

Last, but not least, sind wir uns natürlich darüber im klaren, dass wir uns in der Urlaubssaison befinden und jedermann ans Shoppen denkt. Wenn Sie also auch beim Online-Shopping die Sicherheit Ihres Geldes nicht vernachlässigen möchten, ist dieser aufschlussreiche Artikel genau das Richtige für Sie: Online shopping made safe and convenient.

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