Also hatten die Spammer die Eurovision ins Visier genommen. Und wie lässt sich am offensichtlichsten mit diesem Ereignis Geld verdienen? Natürlich mit dem Verkauf von Eintrittskarten, und zwar ganz egal, ob man tatsächlich welche zu verkaufen hat oder nicht.
Die ersten „Eintrittskarten“ wurden im russischen Internet bereits Mitte Februar angeboten, einen Monat vor dem offiziellen Vorverkaufsbeginn.
Die Tickets wurden äußerst aggressiv beworben und derartiges Spam überflutete die Postfächer russischer User. Dabei kostete eine Eintrittskarte durchschnittlich das Anderthalbfache bis Doppelte der im offiziellen Vorverkauf angebotenen Tickets.
Dabei waren die Verkäufer, die echte Billets zum dreifachen Preis verkaufen wollten, noch nicht einmal das Schlimmste. Im schlimmsten Fall hat man nämlich das Dreifache für ein gefälschtes Ticket gezahlt.
Die offiziellen Tickets sind mehrfach geschützt, daher ist eine qualitativ gute Fälschung ebenso schwer herzustellen wie Falschgeld. Hinzu kommt, dass längst nicht alle Betrüger jemals eine echte Eurovisions-Eintrittskarte gesehen oder gar in den Händen gehalten haben. Daher konnte sich ein Imitat nicht nur inhaltlich, sondern auch formal stark vom Original unterscheiden.
Darauf, dass die Tickets gut geschützt sind, wiesen auch die Spammer selbst hin, beispielsweise in der unten stehenden Mail – mit einem von den Spammern frei erfundenen Eurovisions-Logo.
„Nehmen Sie sich in Acht vor Fälschungen!“ lautet der letzte Satz im russischen Mail-Text. Und in diesem seltenen Fall kann ich den Spammern nur aus vollstem Herzen zustimmen. Nehmen Sie sich in Acht vor Fälschungen, meine Damen und Herren, und fallen Sie bitte auch nicht auf den Versuch der Spammer rein, den Eindruck seriöser Verkäufer zu erwecken, die echte Tickets anzubieten haben.

