Spam im September 2006

Besonderheiten des Monats

Der Spam-Anteil schwankt zwischen 70 und 80 % des gesamten E-Mail-Verkehrs. „Alle an die Börse!“ – rufen die Spammer.

Die Spammer setzen erfolgreich die Nutzung einer neuen Technologie – des animierten Spams – fort.

Der Spam-Anteil in der Post

Der Spam-Anteil im September 2006 zeigte Stabilität und schwankte zwischen 70 und 80 % des Gesamtumfangs des E-Mail-Verkehrs.

Einige Spitzen, die die Grenze von 80 % überschritten, waren durch besonders massenhafte Spam-Angriffe bedingt. Auf der Grafik oben ist erkennbar, dass im September 4 derartige Spitzen registriert wurden, und alle erfolgten an den Wochenenden.

Spammer nutzen nicht selten eine solche Taktik bei der Organisation ihrer Angriffe. Sie rechnen wohl damit, dass sich die Mail-Administratoren an den Wochenenden erholen und sich folglich keiner mit dem „Tuning“ der Einrichtung von Regeln für das Antispam-System beschäftigen wird (viele Systeme zum Schutz vor Spam überdenken die Festlegung und aktive Überprüfung von Nutzerrechten).

Thematische Spam-Verteilung

In der Troika der thematischen „Spitzenreiter“ erfolgte eine unerwartete Veränderung. Im September erhöhte Spam der Kategorie „Persönliche Finanzen“ sprunghaft seinen Anteil und bedrängte somit die Kategorie „Computerbetrug“.

Die populärsten Themen im September waren:

  1. Medikamente, Waren und Dienstleistungen für die Gesundheit
  2. Bildungsdienstleistungen
  3. Persönliche Finanzen

Zur Themenkategorie „Persönliche Finanzen“ gehören Spam-Angebote zu Versicherungen, Minderung der Kreditverschuldung, günstige Darlehensmodalitäten usw. In der überwiegenden Mehrzahl handelt es sich hier um englischsprachige Spam-Sendungen, d.h., ihr Hauptziel sind die Nutzer des westlichen Internetbereiches. Einst enthielt derartiger Spam verschiedene Angebotstypen, sowohl völlig legitime als auch zweifelhafte aus Sicht des Gesetzes. Heutzutage wird er immer krimineller und die gesamte Themenkategorie tendiert dazu, nur zu einem „Zweig“ innerhalb des großen Bereiches „Computerbetrug“ zu werden.

Hier ist die Statistik der Anteile dieser Spam-Art seit Jahresbeginn:

Der sprunghafte Anstieg von Spam der Thematik „Persönliche Finanzen“ begann im August 2006, im September erhöhten sich die Menge und der Anteil weiter. Den Hauptteil dieses Spams, der das Anwachsen der gesamten Kategorie hervorrief, stellten Sendungen dar mit dem Aufruf, Geld anzulegen.

„Alle an die Fondsbörse“.

Das könnte die Septemberlosung der Spammer sein. In jedem Fall wuchs die Spam-Menge „finanzieller Art“ und genauer – die Aufrufe, wertvolle Ersparnisse aus Sparbüchsen und Schmuckkästchen zu holen und sie in Aktien anzulegen – rasant an.

Wahrscheinlich ist dieser Spam ein Wink für die Mehrzahl der Nutzer elektronischer Post. Hier ein Beispiel einer solchen Mitteilung:



Die Welle von „Investitionsspam“ läuft in Englisch ab. In diesem Jahr wurde von den Analytikern von „Kaspersky Lab“ ein Versuch registriert, solchen Spam in Russisch zu versenden. Das erfolgte im März 2006.

Der gegenwärtige Spam der Kategorie „Persönliche Finanzen“ enthält keine russischen E-Mails mehr. Es ist durchaus möglich, dass sich die RuNet-Nutzer aus einem einfachen Grund als „Opfer“ dieser Spam-Art erwiesen: Spammer müssen irgendwie ihre Pflicht erfüllen, Spam an viele Millionen Adressen zu verschicken (gegenwärtig schlagen Spammer den Versand an 3-5 Millionen Adressen vor).

Spammeranwendungen und-methoden

Spammer setzen erfolgreich die Nutzung der technologischen Neuerung aus dem Monat August fort – Spam in Form eines animierten Files (GIF). Eigentlich ist der oben beispielhaft angeführte Text mit Aktienwerbung nur eines von mehreren Animationsbildern. Die übrigen Bilder sorgen lediglich für „Lärm“, der die korrekte Arbeit der Filterprogramme stört. Das gigantische Anschwellen grafischen Spams ruft seitens der Nutzer und Systemadministratoren entsprechende Antwortreaktionen hervor. Einige von ihnen wenden harte Einschränkungen beim Format eingehender E-Mails an: sie hören einfach auf, E-Mails mit grafischem Inhalt durchzulassen. Oder sie nutzen Programme, die aus der

E-Mail den grafischen Teil entfernen. Natürlich ist eine solche Maßnahme für den öffentlichen E-Mail-Service nicht annehmbar, aber innerhalb eines kleinen Firmen-Mail-Servers ist sie durchaus verwendbar, vor allem, wenn die Firma durch ihre Tätigkeit keines Versandes grafischen Spams bedarf.

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