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Spam im Juni 2008

Im Mai dieses Jahres prognostizierten die Analysten des russischen IT-Sicherheitsspezialisten Kaspersky Lab einen saisonalen Rückgang des Spam-Anteils im E-Mail-Traffic. Einen Monat später hat sich diese Prognose bewahrheitet. Von Januar bis April 2008 stellte Spam im Monatsdurchschnitt mehr als 86 Prozent des E-Mail-Traffics. Schon im Mai sank der Spam-Anteil auf 79,1 Prozent und diese Tendenz blieb – abgesehen von einer unbedeutenden Erhöhung im Juni – erhalten.

Der Spam-Anteil im E-Mail-Traffic betrug im Juni durchschnittlich 82,1 Prozent. Die geringste Menge an Spam wurde mit 71,6 Prozent am 5. Juni registriert, der höchste Wert für Spam fiel mit 91,5 Prozent auf den 25. Juni.

Auch die Anzahl der Phising-E-Mails ging im Juni zurück. Im Vergleich zum Monat Mai reduzierte sich deren Anteil um fast die Hälfte und blieb nahe dem April-Niveau bei 1,45 Prozent. E-Mails, die Malware enthielten, kamen im Vergleich zu Mai (0,08 Prozent) spürbar häufiger vor und nahmen 0,38 Prozent aller elektronischen Mitteilungen ein.

Die Experten von Kaspersky Lab vermuten, dass die Flaute bei unerwünschten Spam-Mails weiterhin anhalten und im Sommer – wenn überhaupt – nur marginal wachsen wird. Dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten und von Entwarnung kann keine Rede sein.

Nach wie vor führt die Kategorie „Werbung für medizinische Präparate“ mit 25,8 Prozent die Liste der führenden Spam-Themen an. Und auch Platz zwei bleibt stabil und wird erneut von Bildungs-Spam belegt, mit einem Anteil am Spam-Traffic von 14,4 Prozent. Die Urlaubssaison begünstigte die Popularität der Rubrik „Erholung und Reisen“, die mit 10,8 Prozent vom vierten auf den dritten Platz kletterte. Damit verdrängte sie die „Werbung für Replikas hochwertiger Waren“, wie beispielsweise teure Uhren, die mit 9,4 Prozent auf Platz vier abrutschte.

Erstmals seit mehreren Monaten gelangte Spam „für Erwachsene“ in die Top fünf der führenden Spam-Themen. Der Anteil dieser Spam-Art am allgemeinen E-Mail-Müll begann noch im Mai zu steigen und erreichte im Juni 5,2 Prozent.

Der Juni stand für eine Dauer von drei Wochen ganz unter dem Motto der Fußballeuropameisterschaft. Die Spammer nutzten die Popularität der EM aus und verwendeten im Werbemüll rege das Thema Fußball. Hier wurde mittels Fußball-EM-Teasern die Aufmerksamkeit der Nutzer auf Werbung gelenkt, die dann letztendlich keinerlei Beziehung zu Fußball hatte.

Anfang Juni überrollte eine Spam-Welle den E-Mail-Traffic: Die Cyberkriminellen verschickten Links, die vermeintlich auf den „LiveFileStore“ führten – einen Microsoft-Server zur unbefristeten Dateilagerung. Beim Klick auf diese Links leitete ein chiffriertes JavaScript den Nutzer auf eine Werbe-Seite um und Spammer hatten die Chance, eine Vielzahl von Seiten des Dateilagers zu aktivieren. Die Spammer hofften, mit der hohen Anzahl verschiedener Links ihre Chancen zum Umgehen der Spam-Filter zu erhöhen. Außerdem wurde zur Platzierung der Informationen auch ein Web-Journal verwendet, Links in diesen Spam-Mails führten ebenfalls auf eine Werbe-Seite. In beiden Fällen bewarben die Homepages hinter diesen Links Heilmittelpräparate.

Im Juni versuchten sich russischsprachige Spammer außerdem am Versand von Werbung im MP3-Format. In diesen E-Mails fehlte zwar der Text, der Empfänger konnte jedoch an die für ihn bestimmte Information gelangen, indem er die MP3-Datei im Anhang anklickte. Obwohl die Werbung ganz deutlich zu hören war, erwies sich diese Methode aufgrund des großen Umfangs der E-Mails als nicht sehr produktiv.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass Spammer bei ihrer Suche nach neuen Wegen zum Umgehen der Spam-Filter auch weiterhin versuchen werden, durch Experimente mit unterschiedlichsten Formen und Inhalten erfolgreich zu sein.

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