Spam im Januar 2007

Besonderheiten des Monats

  1. Sogar am 01. Januar sank der Spam-Anteil am E-Mail-Traffic nicht unter 70%. Im Laufe des Monats betrug er 70-80%.
  2. „Finanz-Spam“ ist führend. Sein Anteil am gesamten Spam betrug 13,3%.
  3. Grafischer Spam stellt ein Drittel des gesamten Spams. Das ist ein sehr hoher Wert, auch wenn er niedriger liegt als im November – Dezember des vergangenen Jahres (damals wurden Werte bis zu 49 % gemessen).

Spam-Anteil in der Post

Das Jahr 2007 begann mit einer wirksamen Ankündigung der Spammer: sogar an den Neujahrstagen sank der Spam-Anteil im E-Mail-Traffic des Runet nicht unter 70%.

Das bestätigt erneut die Meinung der Analysten von „Kaspersky Lab“, dass die durch den Werbecharakter von Spam bedingten saisonalen Schwankungen des Spam-Anteils sich allmählich „glätten“ und der Vergangenheit angehören werden. Die Ursache liegt im sich ändernden Charakter von Spam. Der größere Teil wird kriminell und weicht vom traditionellen Werbegenre ab. Krimineller Spam ist nicht den Gesetzen des Werbemarktes unterworfen und praktisch keinen Schwankungen ausgesetzt, die von Angebot und Nachfrage in dieser oder jenen Periode abhängen.

Im Ganzen gesehen blieb die Situation im Januar stabil. Der höchste Wert des Spam-Anteils – 83,3% der gesamten Post – wurde am 21. Januar registriert, der niedrigste Wert mit 70,5% – am 19. Januar.

Worüber schreibt man im Spam?

So sieht die Troika der führenden Themengruppen im Januar aus:

  1. Persönliche Finanzen (13,3% des gesamten Spam).
  2. „Medikamente, Waren und Dienstleistungen für die Gesundheit“ (12,2%) und „Elektronische Werbedienstleistungen“ (12,0%).
  3. „Bildung“ (10,3%).

Spam-Verteilung im Runet im Januar 2007

Den zweiten Platz teilten sich gleich zwei Themenkategorien. Ein solch hoher Wert der Thematik „Elektronische Werbedienstleistungen“ ist ein Zeichen dafür, dass die Spammer verstärkt nach neuen Kunden suchen.

Nachfolgend sind Beispiele für die Themen „Medikamente, Waren und Dienstleistungen für die Gesundheit“ und „Bildung“ aufgeführt. Beispiele für „Finanz-Spam“ sind im Abschnitt „Anwendungen und Methoden der Spammer“ zu finden.

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Spam und Schadsoftware in einem

Während des gesamten Monats beobachteten die Analysten von „Kaspersky Lab“ Spam-Versand, dessen Ziel in der Verbreitung schädlicher Software bestand. Im Besonderen setzten die Spammer ihre Hoffnung auf die Vorliebe der Nutzer für kostenlose Dinge (Mitteilungen in diesem Versand hatten die Themen „Gruppensex“, „Generation von Kartennummern“ u.ä.). Im Mitteilungstext befand sich ein Link auf verschiedene Seiten, von denen aus der Versuch unternommen wurde, schädlichen Code zu laden. Noch ein weiterer Versand mit Link auf eine schädliche Seite weckte die Aufmerksamkeit der Spam-Analysten durch eine interessante Besonderheit: der Text der Werbemail war in Englisch geschrieben, danach folgte in Russisch das Angebot, eine formale Antwort auf diese Sendung zu schicken, sowie der oben erwähnte Link.

Anwendungen und Methoden der Spammer

Im Januar betrug der Anteil von Spam mit grafischen Inhalten 33% des gesamten Spam. Inhaltlich gesehen sind das unterschiedliche Spam-Sendungen, von denen ein Teil einfache „Bilder“ enthält, die von Spam-Filtern sicher entdeckt werden. Ein anderer Teil grafischen Spams ist den Nutzern seit Ende vergangenen Jahres gut bekannt. Das ist Spam, der Aktien verschiedener Unternehmen anpreist („Finanz-Spam“). In diesen Spam-Sendungen werden „Bilder“ mit vergrößertem Hintergrund, „tanzende“ Buchstaben (die Buchstaben sind im Verhältnis zur Zeile in unterschiedlicher Höhe angebracht) und andere Tricks genutzt.

Die Spammer arbeiteten weiter an einem Generator zur Erzeugung derartiger Spams. Ihr Ziel bestand wie immer darin, die Filter zu umgehen, von denen einige schon gelernt hatten, diese Spielart grafischen Spams sicher zu entdecken. Wie die Analysten von „Kaspersky Lab“ Ende 2006 bemerkten, sind die Ressourcen dieser Technologien jedoch praktisch ausgeschöpft. Deshalb führen weitere Experimente dazu, dass der Text auf dem Spam-Bild praktisch unlesbar wird. Nur die großen Enthusiasten werden Zeit opfern und sich die Augen verderben, während sie versuchen, das Spam-Angebot zu bewerten. Spam wirkt aber nur dann, wenn er gelesen wird. Es ist daher am wahrscheinlichsten, dass die Spammer in nächster Zeit die Taktik ändern werden.

Beispiele von „Bildern“ der letzten Generation:

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