Schwarzes Gold oder Das schwarze Loch im Portemonnaie

Erst vor wenigen Wochen wurde der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkovsky, in die Freiheit entlassen. In Russland rätselt man noch über die Gründe für die Amnestie, und der weltweite Boulevard verfolgt nach wie vor jeden Schritt des Ex-Geschäftsmanns. Für die „Nigerianer“ wurde diese Neuigkeit zum Vorwand für eine weitere tragische Erzählung, deren einziger Sinn darin besteht, vertrauensseligen Anwendern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Gemäß der Version der „Nigerianer“ ist gleich eine ganze Gruppe von Ölmagnaten (eine Übertreibung, die eindeutig bewirken soll, dass das potentielle Opfer sich nicht von der Höhe der Endsumme beirren lässt) des Betrugs angeklagt. Zum Glück für den Empfänger der Mail konnten sie ihre Millionen gerade noch rechtzeitig auf ein vertrauenswürdiges Konto bei einer Bank in Großbritannien überweisen. Und jetzt bittet der rätselhafte Vermittler, Mister Maharais Abash, den Empfänger des Schreibens sein persönliches Konto bei der Bank zur Verfügung zu stellen, damit das Ölkapital darauf überwiesen werden kann, und zwar 50 Millionen Dollar. Selbstverständlich ist die Angelegenheit streng vertraulich und weder die britische noch die russische Seite darf davon Wind bekommen.

 

Die Entlassung Chodorkovskys aus der Haft hat eine wahre Kreativitätsexplosion bei den „Nigerianern“ ausgelöst, denn die Tatsache, dass nicht ein Ölmagnat, sondern gleich eine ganze Gruppe zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde, wird nicht weiter erklärt. Glücklicherweise ermöglicht es gerade diese Tatsache, die Betrüger rechtzeitig der Lüge zu überführen und ihnen nicht auf den Leim zu gehen. Man muss lediglich googeln, um festzustellen, dass es keine Massenverhaftung von russischen Oligarchen gegeben hat. Die 50 Millionen Dollar erwarten den Empfänger nicht auf der Bank, sondern nur in der Phantasie des Mister Maharais Abash.

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