Schnelles Geld, soziale Netzwerke und das Gefängnis als Belohnung

Vor einigen Monaten verfasste mein Kollege Roel Schouwenberg einen Blogpost über eine Kampagne zur Anwerbung sogenannter „Money Mules“, Kurieren zur Geldwäsche illegaler Gewinne, über Facebook. Seitdem haben wir derlei Aktivitäten genau beobachtet und konnten in demselben sozialen Netzwerk neue, ziemlich umtriebige und erfolgreiche Kampagnen mit demselben Rekrutierungsziel, aber einer leicht unterschiedlichen Vorgehensweise entdecken: Gruppen bilden, die mitmachen.

Ein Beispiel für eine derartige Facebook-Gruppe:

Hierbei stellen die Betrüger ihren potentiellen Money Mules einen Monatslohn von mehr als 6000 US-Dollar in Aussicht, wofür sie lediglich 18 Stunden pro Woche zu arbeiten hätten. Die Geldkurier-Seite integriert ein GeoIP-Javascript, damit sie den jeweiligen lokalen Gegebenheiten der Nutzer angepasst ist. Ein alter, aber anscheinend doch noch effektiver Trick, um potentielle Geldkuriere zu ködern.

Erstaunt war ich zu sehen, wie viele Mitglieder diese Facebook-Gruppe schon hat:

Wir sprechen hier von einer Größenordnung von 224.000 Personen! Wer weiß, wie viele bereits das Angebot, als Money Mule zu fungieren, akzeptiert haben? Als ich die Mitgliederliste dieser Seite überprüfte, entdeckte ich sogar einige Leute, denen ich in meinem Leben schon persönlich begegnet bin.

Man muss sich stets vor Augen halten, dass die Cyberkriminellen, die hinter den Methoden, online Geld zu stehlen, sich in einer besseren (sicheren) Position befinden als ihre Mules selbst. Außerdem behalten sie den größten Anteil des Geldes für sich. Und was passiert mit den Kurieren…? Diese nämlich, anstatt Geld zu verdienen, wandern ins Gefängnis. Sollten Sie eines Tages über E-Mail, IM oder ein soziales Netzwerk ein Angebot erhalten, bei solchen Geschäften mitzumachen – fallen Sie nicht auf die Betrüger herein, denn die Chancen für einen Gefängnisaufenthalt sind groß, die auf das große Geld jedoch nicht.

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