Raffinierte Umschlagbörse für gestohlene Kreditkartendaten

Der Security-Anbieter Finjan hat eine illegale Tausch- und Auktionsbörse entdeckt. Über die werden demnach die Daten von gestohlenen Kreditkarten gehandelt. Wie die Sicherheitsforscher und Web-Spezialisten mitteilten, ist die Plattform so dreist aufgebaut, dass sie sogar Garantien und Informationen über Ablaufdaten enthalten soll.

Wie die Forscher bei Finjan weiter mitteilten, wird die Site mit dem Namen ‚SellVV2‘ fast wie ein Geschäft betrieben.

Es gebe sogar ein Rabattsystem für „Großabnehmer“, die gleich mehrere Sätze Kreditkartendaten kaufen, um damit die ursprünglichen Besitzer auszurauben. Die Site scheint nach bisherigen Untersuchungen der Sicherheitsexperten den Google-Dienst ‚Blogspot‘ zu nutzen.

Außerdem sei sie typisch für eine neue Art Kriminalität, die sich im Netz ausbreitet, sagte Yuval Ben-Itzhak, Chif Technology Officer bei Finjan. Sie unterschiede sich aber von vergleichbaren Sites durch das „hohe Maß an Kommerzialisierung“ der gestohlenen Daten. So gebe es genau begründete Preisunterschiede zwischen den Daten einer normalen Master- oder einer Platinum- oder Gold-Card. Auch die Herkunftsländer der Besitzer spielen eine Rolle bei der Preisgestaltung unter den Hehlern und Betrügern.

Wie Finjan feststellen konnte, bewegen sich die Preise zwischen 38 Dollar für einen Datensatz und 10 Dollar pro Datensatz bei einer Abnahme im Hunderterpack. Die Garantie betreffe eine Art Gegenleistung für Datensätze, die nicht im Sinne der Diebe „funktionieren“, also die beispielsweise rechtzeitig gesperrt wurden. Ben-Itzhak teilte mit, dass es sich bei den Hintermännern wahrscheinlich um organisierte Kriminalität handle.

An die Adresse der Kreditkarten-Nutzungs- und Datenverarbeitungsindustrie gerichtet sagte er, diese Branchen müssten sich und ihre Kunden in Zukunft viel, viel besser schützen, um solchen Raubzügen Einhalt zu gebieten. „Die Raffinesse, die sich auf dieser Site zeigt, kann als eine deutliche Warnung an all jene gelten, die glauben, dass Kreditkartenbetrug ein beherrschbares Problem sei“, sagte er.

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