Nigerianisch-syrischer Betrug

Die nicht enden wollenden Unruhen und die schwierige politische Lage in Syrien bereiten „nigerianischen“ Betrügern fruchtbaren Boden. In den letzten Monaten stieg die Zahl der „nigerianischen“ Mails, die auf die eine oder andere Weise mit Syrien zu tun haben; die Spammer verschickten Mitteilungen nicht nur im Namen einfacher Bürger dieses Landes, sondern auch im Namen von Vertretern von Banken oder humanitären Hilfsorganisationen. Dabei verwendeten die Betrüger in ihren Texten häufig die Wörter „turmoil“(Unruhe), „crises“ (Krise), „revolution“ (Revolution).

In den betrügerischen Schreiben, die angeblich von Vertretern bekannter syrischer oder englischer Banken stammten, wurde den Empfängern mitgeteilt, dass die Kunden dieser Banken ihre Ersparnisse in Höhe von mehreren Millionen aufgrund der anhaltenden Massenunruhen von den Konten abzuheben wünschen und nach einem Partner suchen, der ihnen dabei behilflich ist. Selbstverständlich gegen einen Belohnung, über die die „Nigerianer“ den Empfänger entweder sofort oder nach Beantwortung des ersten Schreibens informieren. Für Rückmeldungen hinterlassen die Betrüger eine Kontakttelefonnummer und eine E-Mail-Adresse, wobei letztere entweder die persönliche Adresse des Absenders oder auch direkt die persönliche Adresse des „Bankkunden“ sein kann, der die Hilfe benötigt. Das Ziel der Verbrecher besteht darin, das Interesse des Opfers zu wecken und es zur Korrespondenz zu bewegen. Höchstwahrscheinlich wird das Opfer nach der Klärung von Details um einen Gefallen gebeten, der beispielsweise darin bestehen kann, eine geringe Summe als Bezahlung der Vermittlerdienste zu überweisen. Nachdem sie das Geld erhalten haben, verschwinden die Betrüger so schnell, wie sie aufgetaucht sind.

 

Einige Betrüger haben sich als Mitglieder des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ausgegeben und die traurige Geschichte eines im Rahmen der Unruhen umgekommenen Ölhändlers erzählt, dessen Millionen erfolgreich von einem Mitarbeiter des Roten Kreuzes gerettet werden konnten. Selbstredend bittet der „Retter“ den Empfänger des Briefes beim Transfer und bei der Aufbewahrung des Geldes um Hilfe. Die Millionen erhält das Opfer angeblich in einem Paket, das zunächst in den Irak geliefert wird und von dort aus in das Land des Empfängers. Für die geleistete Hilfe wird dem potentiellen Opfer die Hälfte der Summer angeboten, und überdies wäre der Cyberverbrecher auch für Rat und Hilfe bezüglich einer gewinnbringenden Investition des Geldes dankbar. Für die Kontaktaufnahme geben die Betrüger ihre persönliche E-Mail-Adresse an.

 

Die Plots der im Namen einfacher Bürger versendeten Briefe, die wir entdeckt haben, waren äußerst vielfältig. So bittet in einem von ihnen beispielsweise eine „Lehrerin aus Syrien“ um Hilfe für Waisenkinder, die eine enorme Summe Geldes geerbt haben, nun das Land verlassen und die von den Eltern hinterlassenen Millionen anlegen wollen.

 

Unter den „nigerianischen“ Mails waren auch Nachrichten von angeblich todkranken Menschen, die Geld zu wohltätigen Zwecken spenden wollen und das potentielle Opfer bitten, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. Ab und zu sind auch kurze Botschaften dabei, deren Autoren mit keinem Wort auf eine Zusammenarbeit hinweisen, sondern nur ein Gespräch vorschlagen. Dieser Trick wird eingesetzt, um die Aufmerksamkeit der Anwender zu wecken – mit dem Kalkül, dass das nun interessierte Opfer mit den Betrügern in Kontakt tritt.

 

Das Arsenal der nigerianischen Betrüger ist reich an Tricks und Fallstricken, doch sie alle setzen auf den Wunsch des Menschen nach dem leichten Geld – gepaart mit dem Bedürfnis, einem Wesen in Not zu helfen. Cyberkriminelle erfinden zum Teil phantastische Geschichten und nutzen die Namen bekannter Personen und aktuelle Ereignisse aus, damit das Opfer an die ausgedachten Erzählungen glaubt. Keinesfalls sollte man auf derartige Schreiben antworten, denn mit einer solchen Korrespondenz riskiert man nur den Verlust des eigenen Geldes.

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