Neue Erfolge im internationalen Kampf gegen Produktpiraterie

Mit dem Ziel, das Ausmaß an Betrügereien in der heißesten Phase der Weihnachtseinkäufe einzudämmen, hat ein Zusammenschluss internationaler Strafverfolgungsbehörden 706 Domains beschlagnahmt, die mutmaßlich mit dem Handel von gefälschten Produkten in Zusammenhang stehen. Davon sind 297 in den USA, 393 in Ländern der Europäischen Union und 16 in Hongkong registriert.

An dieser Operation mit dem Decknamen Projekt Cyber Monday IV/Transatlantic III waren die Polizei- und Zollbehörden von 7 EU-Staaten sowie Hongkong beteiligt. Die Koordinierung der gemeinschaftlichen Aktion oblag Europol, der Polizei- und Zollbehörde der USA (Immigration and Customs Enforcement, ICE) und dem Koordinationszentrum des Schutzes von intellektuellem Eigentum (Intellectual Property Rights Coordination Center, IPR Center) unter der Ägide des ICE. In den USA werden derartige Kampagnen im Rahmen der breiter angelegten Operation in our Sites durchgeführt, die vom ICE vor etwa 4 Jahren angeschoben wurde.

In seiner Stellungnahme wies das ICE darauf hin, dass in der letzten Kalenderwoche des Jahres die virtuellen und physischen Märkte regelmäßig mit gefälschter Ware überschwemmt würden. Der Verkauf billiger Imitate führt den Verbraucher in die Irre und bedroht die Sicherheit seiner Finanzinformationen, die er unter Umständen auf Websites von Betrügern eingibt. Zudem untergräbt der Handel mit Fälschungen – auch wenn es an dieser Stelle nicht vom ICE erwähnt wird – den guten Ruf ehrwürdiger Marken, daher unterstützen die Inhaber von Handelsmarken stets solche Operationen, indem sie die Ordnungshüter mit Informationen über die Verletzung des Urheberrechts versorgen.

Nach Angaben des IPR Centers werden die folgenden Waren am häufigsten gefälscht: Kopfhörer, Sportbekleidung, Hygieneartikel, Schuhe, Spielzeug, Luxusartikel, Mobiltelefone und elektronische Accessoires. Die Bundesagenten führen inkognito Probekäufe durch, bezeugen die Fälschung mit Hilfe des gesetzlichen Inhabers der Handelsmarke und treffen eine Entscheidung über die Schließung einer Domain.

„Diese Operation ist ein weiteres leuchtendes Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Strafverfolgungsbehörden“, kommentiert der Direktor von Europol, Rob Wainwright. „Leider hat die Wirtschaftskrise dazu geführt, dass das verfügbare Einkommen abgenommen hat und die Versuchung, Waren zu unglaublichen Tiefstpreisen zu erwerben, wächst. Die Verbraucher sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie, indem sie solche Waren kaufen, dem organisieren Verbrechen unfreiwillige in die Hände spielen.“

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden alle abgefangenen Domains von den Behörden der an der gemeinsamen Aktion beteiligten Länder kontrolliert. Auf den entsprechenden Websites wurden offizielle Banner platziert, die den Grund der Sperrung erklären und daran erinnern, dass die vorsätzliche Verletzung von Urheberrechten einen Verstoß gegen die Bundesgesetzgebung darstellt.

Quelle: threatpost

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