Netze der US-Regierung sperrangelweit offen

Die US-Regierung hat offenbar alle Hände voll zu tun, ihre Netzwerke vor Attacken zu schützen. Sowohl militärische als auch zivile Systeme seien laut Militär-Vertretern so vielen Angriffen wie nie zuvor ausgesetzt, wie das Wall Street Journal berichtet. Die Angriffe seien organisiert und weitentwickelt und würden darauf abzielen, geheime Informationen zu stehlen.

Im vergangenen Jahr habe man 360 Millionen Versuche in das Netzwerk des Pentagons einzudringen verzeichnet. Im Jahr 2006 seien es noch sechs Millionen Angriffe gewesen, so Robert Lentz, IT-Sicherheitsbeauftragter des Pentagons. Das US-Verteidigungsministerium habe alleine in den vergangenen sechs Monaten 100 Millionen US-Dollar für die Reparatur von Hackern verursachter Schäden ausgeben müssen.

Hacker sollen unter anderem in das Stromnetzwerk eingebrochen sein. Für besonderes Aufsehen sorgte jedoch die Meldung darüber, dass Spione geheime Pläne zu einem US-Kampfjet gestohlen haben. Das 300 Milliarden Dollar schwere Projekt soll das derzeit größte Waffenprogramm der US-Streitkräfte sein.

Militärvertreter warnen daher davor, dass die Netzwerke der Regierung, von Rüstungsfabrikanten aber auch von privaten Unternehmen zu schwach geschützt seien. Die Ursprünge der Angriffe werden vor allem in Russland und China vermutet, doch auch private Personen schaffen es immer weider, die Sicherheitssysteme zu umgehen. So wurde ein schwedischer Hacker nun angeklagt, sowohl in die Netze von Cisco als auch der NASA eingebrochen zu sein. Der mittlerweile 21-Jährige soll sich bereits vor fünf Jahren in die Systeme gehackt haben. Laut Cisco seien sensible Daten wie Kundeninformationen oder Finanzsysteme jedoch nicht gefährdet worden.

Und auch der als UFO-Hacker bekannt gewordene Brite Gary McKinnon, soll im Jahr 2001 relativ einfach in mehrere militärische Systeme der USA eingebrochen sein.

Mit einem neuen Chef der Cyber-Security des Weißen Hauses, der demnächst benannt werden soll, und einem neuen militärischen Cyber-Kommando will die US-Regierung gegen die zunehmende Gefahr aus dem Internet aufrüsten. Mit dem Cyber-Kommando des Pentagons sollen auch die Hackerfähigkeiten der USA selbst für die virtuelle Kriegsführung verbessert werden.

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