Malware als Mittel zur Erpressung: auffällig, aber nicht neu!

Es gibt eine Reihe aktueller Berichte über einen neuen Versuch, Geld von Computer-Anwendern zu erpressen. Man nimmt ein Schadprogramm, welche, ist sie einmal auf der infizierten Maschine installiert, die Anwender-Daten verschlüsselt und eine Text-Datei in jedes Verzeichnis einschleust und fordert für den Dechiffrierungs-Schlüssel 200$ (das erbeutete Geld geht auf ein bestimmtes Internet-Bankkonto).

Kaspersky Lab ergänzte bereits Prozeduren für den Code, der am 20.Mai als Virus.Win32.GPCode.b detektiert wurde. Auch schon im Dezember 2004 fügten wir die Prozedur für einen ähnlichen Code, Virus.Win32.GPCode.a, in die Anti-Virus-Dateien hinzu. Yury schrieb damals im weblog darüber. Wir haben diese Codes nicht nur detektiert, sondern außerdem die Dateien dechiffriert.

Dies ist natürlich nicht der erste Versuch, Malware zur Gelderpressung einzusetzen. Es gab während der letzten beiden Jahre einige Berichte über Trojaner, die vom kriminellen Untergrund zur Gelderpressung von Großunternehmen über DDoS (Distributed Denial of Service) Attacken missbraucht wurden.

Gehen wir weiter zurück, bis Ende 1989, als der Aids Information Trojan über Diskette von einem Unternehmen, welches sich selbst „PC Cyborg“ nannte, versandt wurde. Dieser Trojaner verschlüsselte den Inhalt auf den infizierten Festplatten nach 90 reboots, hinterließ gerade noch eine README Datei, die eine Rechnung enthielt sowie eine Postfach-Addresse in Panama, wohin die Zahlung gehen sollte. Dr Joseph Popp, der angebliche Autor dieses Trojaners, wurde später dem Vereinten Königreiche ausgeliefert. Wie auch immer, er stand vor Gericht, wurde jedoch wegen seines Verhaltens vor Gericht als unzurechnungsfähig erachtet (wenngleich ein italienisches Gericht ihn später in Abwesenheit für schuldig befand).

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