Kinder im World Wide Web

Das World Wide Web – Segen oder Fluch für die Entwicklung?

Heutzutage ist das Internet für die meisten Computer-Nutzer eine Selbstverständlichkeit und beinahe schon etwas Alltägliches. Viele nutzen das globale Netz ständig – sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause – und können sich ein Leben ohne Internet kaum mehr vorstellen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn das moderne Internet ist heute eine nahezu unerschöpfliche Informationsquelle: Mit einer Datenmenge von über 500 Milliarden Gigabyte ist es nicht nur als immerwährender Quell der Informationen aus dem Lebensumfeld des modernen Menschen nicht mehr wegzudenken. Mit Hilfe des globalen Netzes bezahlen wir unsere Rechnungen, suchen eine Schule für unseren Nachwuchs, planen die Reiseroute für den nächsten Sommerurlaub und vieles mehr. Doch wie im realen Leben ist auch im Internet nicht alles gut und schön – auch das World Wide Web hat seine dunklen Seiten: Verbrecherorganisationen handeln mit Waffen und Drogen, extremistische Gruppen und ganze Betrügerbanden treiben ihr Unwesen. Da das Internet von Erwachsenen aufgebaut wurde, ist es in erster Linie auch auf erwachsene Nutzer ausgerichtet. Daher finden sich im Netz zahllose Kontaktbörsen und Seiten mit pornografischen oder erotischen Inhalten, die von Land zu Land mal mehr und mal weniger legal sind. So oder so sind diese Inhalte selbstverständlich nicht für Kinder und Jugendliche geeignet.

Die Zahlen sind alarmierend: Einigen Statistiken zufolge nutzen 25 Prozent aller Kinder im Vorschulalter das Internet ohne Aufsicht ihrer Eltern. Bis zu 15 Prozent der Kinder landen auf Seiten, die Glückspiel, Gewalt, Alkohol und Drogen zum Inhalt haben. Und mehr als 30 Prozent der unter 14-jährigen werden im Netz mit pornografischen Inhalten konfrontiert. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass besorgte Eltern bemüht sind, ihr Kind von traumatisierenden Eindrücken und schädlichen Informationen fern zu halten. Und von Jahr zu Jahr sind mehr Kinder im Netz unterwegs. Kinder gehören heute zu den aktivsten Nutzern des World Wide Web überhaupt. Ihre Generation ist im Zeitalter der Informationstechnologien aufgewachsen und hat nie eine Zeit ohne Internet erlebt. Aufgrund der geringen Lebenserfahrung allerdings stehen junge User dem nicht abreißenden Strom ungeprüfter, veralteter, falscher oder manchmal auch gefährlicher Daten recht unkritisch gegenüber. Es interessiert sie zumeist nicht, dass diese Daten nicht nur ihrem Computer, sondern auch ihnen selbst Schaden zufügen könnten.

Die größte Gefahr besteht wohl darin, dass ein Kind im Internet Zugriff auf Informationen bekommen kann, noch bevor es in der Lage ist, diese adäquat zu verarbeiten. Die vorzeitige Bekanntschaft mit potentiell schädlichem Inhalt des World Wide Web kann der noch nicht gefestigten Psyche ernsthaften Schaden zufügen. Selbstverständlich wünschen sich alle Eltern, dass das Surfen im Netz für ihre Kinder von Nutzen ist, dass es ihren Horizont erweitert und ihre Kommunikationsfähigkeiten schult. Gleichzeitig darf es ihm dabei aber keinerlei Schaden zufügen. Sie fragen sich, wie diese Wunschvorstellung der Internetnutzung umzusetzen ist. Denn egal, wie sehr man auf seine Kinder aufpasst: Wer weiss schon, welche Webseiten der Nachwuchs besucht, sobald er unbeaufsichtigt ist? Hier gilt der gute alte Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“.

Internetnutzer werden über viele Ressourcen zum Besuch von Webseiten mit zweifelhaftem Inhalt animiert – Kinder sind hier nicht die einzigen Opfer. Wohl aber diejenigen, die es am meisten zu schützen gilt. Kinder surfen nicht zwingend bewusst Internetseiten mit für sie ungeeigneten Inhalten an. Sie werden oftmals unfreiwillig mit netzspezifischen Marketingtechnologien geködert oder fallen Betrügern zum Opfer. Mit dem Einsatz von blinkenden Fenstern, auf den ersten Blick harmlosen Bannern und Links oder anderen Methoden zielen sie auf die visuelle Natur der Kinder. Viele der Seiten, die auf diese extrem visuelle Weise beworben werden, könnten sich als schädlich erweisen. Daher geht es nicht nur um die Kontrolle der Kinder im Internet, sondern vor allem um den Schutz Minderjähriger im virtuellen Raum.

Wie kann man Kinder vor unerwünschten Inhalten schützen?

In den letzten Jahren haben viele IT-Sicherheitsunternehmen Produkte der Kategorie „Save Home and Family“ auf den Markt gebracht, die die Sicherheit von Kindern im Netz gewährleisten sollen. Auch Kaspersky Lab bietet auf diesem Gebiet eine eigene Lösung an: Die Sicherheits-Pakete Kaspersky Internet Security und Kaspersky PURE Total Security enthalten ein Modul mit der Bezeichnung „Kindersicherung“. Die Hauptaufgabe dieser Komponente besteht darin, Kinder von Webseiten mit unerwünschten Inhalten fern zu halten. Zudem haben Erwachsenen die Möglichkeit, die Zeit zu begrenzen, die ihre Kinder im Netz verbringen.

Dass ein derartiges Modul in der IT-Security-Software wichtig ist, wenn Kinder das World Wide Web nutzen, zeigt folgendes Beispiel:

Neuesten Daten zufolge blockiert das System Kindersicherung in den Produkten für Heimanwender von Kaspersky Lab innerhalb von 24 Stunden über 4.000.000 Webseiten der Kategorie „Pornografie“. Das bedeutet, dass stündlich von Computern aus, an denen Kinder sitzen, etwa 160.000 Mal der Versuch unternommen wird, eine Webseite mit pornografischen Inhalten zu besuchen. Das Modul Kindersicherung verhindert also tatsächlich die Versuche von Kindern, sich Zugriff auf unerwünschte Inhalte zu verschaffen. Sicherlich haben allein die Eltern das Recht zu entscheiden, welche Webseite-Kategorien für ihre eigenen Kinder ungeeignet sind. Wie jedes andere Werkzeug dieser Art auch, ermöglicht die Kindersicherung es lediglich, die Absichten der Eltern umzusetzen. Ersetzen kann und soll es sie nicht. Die beste Kindersicherung ist letztlich immer noch ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Kindern und Eltern.

An dieser Stelle möchten wir etwas näher darauf eingehen, wie das Modul Kindersicherung in den Produkten von Kaspersky Lab funktioniert.

Über die Funktionsweise der Kindersicherung

In der Standardeinstellung ist die Kindersicherung deaktiviert, um erwachsene Internetnutzer beim Surfen und Arbeiten im Netz nicht zu behindern. Sie kann allerdings so konfiguriert werden, dass sie sich automatisch einschaltet, sobald sich ein Kind ins System einloggt. Dabei können die Eltern entscheiden, welche Kategorien von Webseiten als verboten gelten sollen. Zur Auswahl stehen hier obszöne Ausdrücke, Internetseiten mit pornografischen und erotischen Inhalten, mit Werbung für illegale Software, Waffen und Drogen sowie solche mit gewaltverherrlichenden Inhalten. Auch der Zugang zu sozialen Netzwerken, E-Mail-Systemen, Online-Shops, Bezahl-Systemen und ähnliches kann für das Kind blockiert werden. Sobald der minderjährige Nutzer im Internet surft, überprüft die Kindersicherung die angeforderten Seite. Gehört die Webseite zu einer der unerwünschten Kategorien, blockiert das Produkt den Zugriff auf die Seite und zeigt eine Mitteilung mit dem Grund für das Verbot an.

Kategorisierung von Webseiten

Die Überprüfung einer Webseite dient dazu, sie einer der bekannten Kategorien zuzuordnen und dementsprechend den Zugriff zu erlauben oder gegebenenfalls zu verbieten. Technisch gesehen kann man Webseiten mit zweierlei Methoden kategorisieren: mit Hilfe von Weißen und Schwarzen Listen auf der einen und mittels des heuristischen Ansatzes auf der anderen Seite. Letzter ordnet eine Webressource nach der Summe der Merkmale der einen oder anderen Kategorie zu. Die heuristische Methode ist flexibler und moderner, da aufgrund indirekter Merkmale bestimmt wird, ob ein Objekt schädlich ist oder nicht. Dabei sucht die Analyse in der Regel zunächst im Code nach verdächtigen Merkmalen (Befehlen), die charakteristisch für schädliche Programme sind. Bei dieser Methode ist allerdings die Wahrscheinlichkeit einer falschen Entscheidung (false-positives) vorhanden. Doch das System ist lernfähig: Um die verwendeten Algorithmen fortwährend zu verbessern, besteht im Modul Kindersicherung der Kaspersky Internet Security die Möglichkeit, das falsche Blockieren von Webseiten zu melden:

Alle Mitteilungen dieser Art werden gesammelt und ausgewertet. Viele Webseiten, die fälschlicherweise gesperrt wurden, werden einer zusätzlichen manuellen Prüfung unterzogen. So kann die Arbeit der Heuristik analysiert werden, was wiederum dazu beiträgt, die Gründe für die Fehler besser zu verstehen. Die Algorithmen werden entsprechend angepasst, so dass Fehler künftig vermieden werden.

Eine solche Überprüfung zeigt, dass nur drei Prozent aller eingehenden Fehlermitteilungen auf eine falsche Webseiten-Kategorisierung zurückzuführen sind. Bei den verbleibenden 97 Prozent handelt es sich um Beschwerden über richtige Entscheidungen. In den meisten dieser Fälle hat die Heuristik die angesurfte Internetseite gemäß den Regeln der Eltern, also richtig, blockiert. Die surfenden Kinder allerdings schienen durch die Blockierung der Seiten so gestört worden zu sein, dass sie auf den Link zum Absenden der Fehlermeldung geklickt haben.

Insgesamt handelt es sich bei 80 Prozent aller Webseiten, bei deren Besuch das Modul Kindersicherung reagierte und Fehlermeldungen von den Anwendern abgeschickt wurden, um Seiten mit pornografischen Inhalten oder obszönem Vokabular. Auf den restlichen 20 Prozent der Webseiten geht es um Waffen, Glückspiel, Gewalt und ähnliches. Dieses Verhältnis bleibt auch im Laufe der Zeit nahezu unverändert, was von einer beneidenswerten Konstanz der jugendlichen Internetnutzer zeugt. Natürlich fließen in die Statistik zu den Fehlermeldungen auch die so genannten „zufälligen Besuche“ unerwünschter Internet-Ressourcen ein, von denen bereits die Rede war. Allerdings ist deren Anteil nur gering.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Sobald Eltern bestimmte Kategorien von Webseiten in den Produkteinstellungen als unerwünscht markiert haben, werden diese nicht freigeschaltet, nachdem eine Fehlermeldung eingegangen ist. Sie bleiben weiterhin blockiert, bis in den Einstellungen der Kindersicherung eine entsprechende Änderung vorgenommen wird. Die Bemühungen der Kinder sind dahingehend also nicht von Erfolg gekrönt.

Der Artikel und Zitate daraus dürfen unter Nennung des Unternehmens Kaspersky Lab sowie des Autors frei veröffentlicht werden.

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