Kanadier helfen Europol Carder-Bande zu schnappen

Ende Oktober wurden in der kanadischen Provinz Quebec 15 mutmaßliche Mitglieder sowie der Kopf einer Carder-Bande festgenommen, die Online-Konten ausgeraubt hatten, indem sie POS-Terminals knackten. Der von den Verbrechern verursachte Schaden wird auf 9 Millionen Euro geschätzt.

Die Verhaftungen konnten aufgrund der Ergebnisse der Operation Lorgnette vorgenommen werden, die auf Initiative von Europol und unter Beteiligung lokaler Banker vor über einem Jahr in Kanada gestartet worden war. Zu Beginn des laufenden Jahres klinkte sich das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (ЕС3), das unter der Ägide von Europol arbeitet, in die Ermittlungen ein, ebenso wie das kanadische Büro von Europol. In Westeuropa wurde diese Operation unter dem Decknamen Spyglass (Entsprechung zu dem französischen Lorgnette) durchgeführt. Im vergangenen März wurden im Rahmen von Spyglass 13 Festnahmen vorgenommen: sechs in Deutschland und sieben in Frankreich.

Wie die Ermittlungen ergaben, interessierte sich die Verbrecherbande für POS-Terminals in kanadischen und europäischen Einkaufszentren. Nachdem sie sich die darin gespeicherten verschlüsselten Identifikatoren angeeignet hatten, schickten die Kriminellen diese zur Dechiffrierung an ihre kanadischen Komplizen und dann ins Ausland. In der Folge wurden die gestohlenen Daten zur Herstellung von gefälschten Kreditkarten und zum Geldabheben von fremden Konten genutzt. Nach Einschätzung der Polizei beträgt der individuelle Verlust der einzelnen Diebstahlsopfer durchschnittlich um die 300 Euro.

Alle Inhaftierten werden in den folgenden Punkten angeklagt: Kollusion, Betrug, illegale Speicherung von Bankdaten und Handel mit ihnen, Herstellung von Fälschungen, Diebstahl und Aneignung fremden Eigentums.

Quelle: Europol Mobile

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