Interne Nachfrage auf dem Schwarzmarkt

Gegen Ende 2010 beobachtete ich einen regelrechten Schwall an Spam-Mails für die Anwerbung von Money Mules. Zunächst arbeiteten die Betrüger mit Spam-Nachrichten, die von gehackten E-Mail-Accounts versendet wurden. Ich habe sogar von Leuten, die ich persönlich kenne, ein paar Nachrichten dieser Art erhalten:

Um den Rekrutierungsprozess zu beschleunigen wurden die Nachrichten direkt danach mittels Windows Live Messenger (auch bekannt als „MSN“) versendet:

Und natürlich benutzten die Betrüger auch weiterhin legitime, gehackte Konten für die Verbreitung ihrer Nachrichten. Schließlich, kurz vor Jahresende, beobachtete ich eine große Rekrutierungskampagne auf Facebook, die speziell auf spanisch sprechende Communities abzielte. Gestern sah ich zu meiner größten Überraschung allerdings einen Werbebanner auf einer legitimen IT-Site, der zu derselben Homepage führte – jene zur Anwerbung potentieller Geldesel.

Diese Entwicklungen lassen alle darauf schließen, dass auf dem Schwarzmarkt ein enormer Bedarf an Leuten, die die Arbeit von Money Mules übernehmen, besteht. Die Betrüger scheinen in beträchtlichem Ausmaß über gestohlene Daten wie PIN-Nummern von Kreditkarten oder Login-Daten für Online-Bankkonten und Zahlungssysteme zu verfügen. Ihr Problem ist nun, das Geld, das sie haben, zu waschen. Unsere Statistiken bestätigen, dass ein deutlicher Anstieg von Spionage-Trojanern zu verzeichnen ist, die in der Lage sind, persönliche Daten jeglicher Art zu stehlen. Dazu zählen auch bekannte Trojanerfamilien wie Zbot (ZEUS) oder SpyEye.

Es sollte daran erinnert werden, dass die Tätigkeit als Money Mule strafbar ist. Denn wenn niemand ihr schmutziges Geld rein waschen wollte, würden Cyberkriminelle weitaus größere Probleme haben, aus gestohlenen Kontoinformationen Kapital zu schlagen. Jeder kann seinen eigenen Beitrag für die globale Sicherheit leisten, diese liegt nicht ausschließlich in der Verantwortung von Antivirenherstellern und anderen Sicherheitsunternehmen.

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