Immer wieder Nigerianer

Schon den zweiten Tag in Folge sorgt nigerianisches Spam für Gesprächsstoff! Und wieder richten sich die anrührenden Geschichtchen ausgerechnet an einen Kaspersky-Mitarbeiter.

Dieses Mal erhielt einer unserer Kollegen eine Mitteilung in dem russischen sozialen Netzwerk VKontakte, in der haargenau einer der „nigerianischen“ Schablonentexte abgespult wird:

In der Mail wird behauptet, dass sich der Vertreter eines Millionärs an unseren Kollegen richtet, der vor zwei Jahren zusammen mit seiner Familie bei einem Autounfall ums Leben kam. Das kommt einem bekannt vor, nicht wahr? Die Hälfte der nigerianischen Mails beginnt ungefähr so. Dann folgt der Hinweis auf die zu erbenden 13,5 Millionen Dollar und es wird berichtet, dass der Vertreter im Laufe der letzten zwei Jahre nach anderen Verwandten des Verunglückten gesucht habe, leider jedoch ohne Erfolg. Nun aber habe sich herausgestellt, dass der Empfänger der Mail das große Glück habe, zur Familie des Millionärs zu gehören und daher selbstverständlich auch die 13,5 Millionen erben solle – unter Abzug der Kosten für die Transaktion. Und natürlich ist auch die „persönliche Postadresse“ des Vertreters in der Mail enthalten.

Insgesamt entspricht alles dem typischen Muster, doch außer, dass die Mitteilung sich ausgerechnet an einen Mitarbeiter von Kaspersky Lab richtet, gibt es hier noch eine weitere interessante Besonderheit: Die Nachricht wurde nicht – wie es bei nigerianischen Mails meist der Fall ist – per E-Mail verschickt, sondern über ein soziales Netzwerk – obendrein über ein russisches.

Das Profil des Absenders enthält praktisch keine Informationen – bis auf den Namen, die Geburtsstadt und die von ihm besuchte Schule mit Abgangsdatum. Bemerkenswert dabei ist, dass der „juristische Vertreter des verunglückten Millionärs“ erst in diesem Jahr die Schule beendet.

Das Auftreten von internationalem Spam in dem russischen Netzwerk VKontakte zeugt unter anderem von der fortschreitenden Internationalisierung dieser Ressource. Doch hauptsächlich zeigt es, dass die „Nigerianer“ nun beginnen, die Weiten des Web2.0 für sich zu entdecken.

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