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Fünf Jahre Haft für einmal twittern

Weil er seiner Wut über die grassierende Korruption in seinem Land bei Twitter Luft gemacht hat, ist der Guatemalteke Jean Anleu nun einer der ersten Menschen weltweit, dem wegen eines Tweets eine Gefängnisstrafe droht. Wegen der 96 Zeichen langen Nachricht wird Anleu vorgeworfen, er habe das Vertrauen in das Bankensystem erschüttert. Nun drohen fünf Jahre Haft.

Unter seinem Internet-Pseudonym ‚jeanfer‘ forderte er die Menschen auf, ihr Geld von der in einen politischen Skandal verwickelten guatemaltekischen Bank für landwirtschaftliche Entwicklung (Banrural) abzuziehen.

Der brisante Tweet wörtlich: „Die erste konkrete Aktion sollte es sein, Geld von der Banrural abzuziehen und die Bank der Korrupten bankrott gehen zu lassen.“ Das hat nun ein Nachspiel vor Gericht. Staatsanwalt Genaro Pacheco wirft Jean Anleu vor, mit diesen Worten das öffentliche Vertrauen in das Bankensystem Guatemalas zu untergraben.

Den Behörden gelang es nachzuweisen, dass Anleu diese Nachricht von seiner Wohnung in Guatemala-Stadt aus verschickte. Kurz nachdem er den schicksalhaften Twitter-Eintrag geschrieben hatte, saß er erst einmal zusammen mit Kidnappern, Erpressern und anderen Kriminellen eineinhalb Tage im Gefängnis, bevor er gegen Kaution freikam.

Sein Anwalt Jose Toledo glaubt, dass die Regierung ein Exempel statuieren will. „Die Botschaft ist doch klar: passt auf, wenn ihr Nachrichten verbreiten wollt. Das kann jedem von euch passieren. Es ist eine Abschreckungsmaßnahme.“

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