Europäer beunruhigen Fragen der Cybersicherheit

Laut Ergebnissen einer von Mai bis Juni 2013 im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten Umfrage räumen 76% der EU-Bewohner ein, dass die Risiken in Bezug auf Cyberattacken im Laufe des letzten Jahres gestiegen sind. Auch das Bewusstsein für diese Risiken wächst: Für gut informiert hielten sich 44% der Umfrageteilnehmer gegenüber 38% im vorangegangenen Jahr. Zudem sind 70% der Befragten überzeugt, dass sie durchaus in der Lage sind, online zu shoppen und ihr Bankkonto via Internet zu verwalten, allerdings nutzen nur 50% derartige Dienste. Diejenigen, die davon absehen, derartige Aktivitäten ins Internet zu verlagern, beunruhigen vor allem zwei Dinge: die Möglichkeit der nicht zweckgebundenen Verwendung ihrer persönlichen Daten (37% der Befragten) und die mögliche Unzuverlässigkeit von Online-Bezahlsystemen (35%).

„Diese Umfrage hat gezeigt, dass die Cyberkriminalität einen destruktiven Einfluss auf die Nutzung des Internets hat“, bemerkt die EU-Kommissarin für Innenpolitik Cecilia Malmström, „zu viele Menschen nutzen die umfassenden Möglichkeiten nicht, die das Internet bietet. Diese Lage bremst die Entwicklung unserer digitalen Wirtschaft und des gesamten Online-Lebens aus. Um dem organisierten Online-Verbrechen den Boden zu entziehen, muss die Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten auf Basis der Arbeit des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität unbedingt gestärkt werden.“

Die neue Umfrage hat ebenfalls gezeigt, dass 12% der Befragten innerhalb des vergangenen Jahres der E-Mail-Account oder ein Profil in einem sozialen Netzwerk gehackt wurden, ebenso viele konnten verschiedene Services auf Grund von Cyberattacken nicht erreichen. 10% der Umfrageteilnehmer hatten unter Online-Betrug zu leiden, 7% unter Kreditkartenbetrug oder Raub von Online-Konten, 6% der Befragten wurden persönliche Daten gestohlen (Identitätsdiebstahl). Etwa ein Drittel der Umfrageteilnehmer erklärte, betrügerische Mails erhalten zu haben, bei 7% war das sogar häufig der Fall.

Die größten Befürchtungen hegen die Europäer bezüglich der Sicherheit ihrer persönlichen Daten. Aus diesem Grund versuchen 87% der Befragten, ihre Daten im Netz nicht preiszugeben, 70% vertrauen dem Schutz von Websites nicht, 64% nicht den Web-Services von staatlichen Strukturen. Die Möglichkeit des Persönlichkeitsdiebstahls befürchten 52% der Umfrageteilnehmer, Bankenbetrug 49%, Einbruch in Accounts 45%, betrügerische Schreiben und Anrufe 43%, Online-Betrug 42%. Auf Grund von Cyberattacken nicht auf Webservices zugreifen zu können, befürchten 37% der Befragten.

Die meisten Europäer, die Opfer von Cyberverbrecher werden – insbesondere von Identitätsdiebstahl oder Bankenbetrug – wenden sich an die Polizei, und zwar 84% bzw. 79% der Befragten. Insgesamt sind die Nutzer in dieser Region umsichtiger geworden: 34% der Umfrageteilnehmer räumten ein, seltener als früher persönliche Daten auf Websites einzugeben, 40% halten sich an die Regel, keine Mails von unbekannten Absendern zu öffnen, 46% haben eine Antiviren-Lösung installiert. Trotzdem änderten in dem Umfragezeitraum nur 48% der Befragten ihre Passwörter – allerdings war der Vorjahreswert mit 45% noch niedriger.

An der von der EU in Auftrag gegebenen Umfrage nahmen etwa 27.700 Anwender aus allen EU-Mitgliedsstaaten teil. Mehr als die Hälfte von ihnen geht mindestens einmal pro Tag online – mit dem Laptop oder Notebook (62% der Anwender), mit dem PC (53%), einem Smartphone (35% gegenüber 24% dem Vorjahr) oder einem Tablet (14%, früher 6%). 28% der Befragten gaben an, das Internet überhaupt nicht zu nutzen. Die europäischen Internetnutzer besuchen soziale Netzwerke (53%), kaufen Waren und Dienstleistungen (50%), verwalten ihre Bankkonten (48%) und verkaufen selbst im Internet (18%). Die Online-Aktivität und der Grad der Aufgeklärtheit über die Risiken sind von Land zu Land unterschiedlich. Die eifrigsten Verfechter des virtuellen Lebens sind die Schweden, Holländer und Dänen. Sie haben keine Scheu, Internet-Shops zu besuchen, nutzen gern Online-Banking-Systeme und behaupten von sich, in Sicherheitsfragen bewandert und ausreichend geschützt zu sein. Die Portugiesen, Rumänen und Ungarn nutzen das World Wide Web in weitaus geringerem Maße; viele von ihnen sind sich nicht sicher, über adäquate Informationen über Internetbedrohungen zu verfügen.

Quelle: Europäische Union

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