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EC3 geht an den Start

In Den Haag fand die offizielle Eröffnungszeremonie des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität statt (European Cybercrime Centre, EC3). Die Neugründung soll Erfahrungen und Informationen bündeln und so strafrechtliche Ermittlungen auf regionaler und internationaler Ebene unterstützen. Das neue Zentrum arbeitet unter der Ägide von Europol.

Die Organisation wurde im Rahmen der Strategie der inneren Sicherheit der EU, die vor drei Jahren verabschiedet wurde, ins Leben gerufen, und durch neuste Technologien ergänzt. Das neue Team wurde von Spezialisten von Europol und Sicherheitsexperten der EU-Mitgliedsstaaten zusammengestellt. EC3 wird Daten zu Fällen von Cyberkriminalität auf europäischem Gebiet sammeln und verarbeiten, Experteneinschätzungen über Internetbedrohungen erstellen, den Informationsaustausch ausbauen, progressive Methoden auf dem Gebiet der Prophylaxe und Ermittlung von Cyberverbrechen entwickeln und verbreiten, neue Teams ausbilden, die Strafverfolgungsbehörden und Justizorgane unterstützen sowie gemeinsame Aktionen interessierter Seiten unterstützen, die auf eine Verbesserung des Sicherheitsniveaus im europäischen Cyberspace abzielen. Zur Ausweitung der Zusammenarbeit wurde auf der Eröffnungszeremonie des EC3 eine gemeinsame Erklärung von Europol und der amerikanischen Zollbehörde, Immigrations and Customs Enforcement, ICE, unterzeichnet, in der beide Seiten ihre Bereitschaft zum Ausdruck bringen, ihre Kräfte im Kampf gegen die Cyberkriminalität zu bündeln, d.h. konkret, sich gegenseitig technische Unterstützung zu leisten, gemeinsame Schulungen durchzuführen und einschlägige Informationen auszutauschen.

Laut Ergebnissen der jüngsten Umfrage von Eurobarometer, sind Fragen der Sicherheit im Internet für die Bewohner der Europäischen Union überaus aktuell. 89% der Befragten zögern, ihre Daten online zu veröffentlichen, da sie um deren Sicherheit fürchten; 74% merkten an, dass das Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, im letzten Jahr gestiegen sei; 12% haben bereits unangenehme Bekanntschaft mit Internet-Betrügern gemacht.

Das Augenmerk des EC3 richtet sich vorerst auf nur drei Arten von krimineller Aktivität im Internet. Dabei handelt es sich um Online-Betrug, der Finanzinstituten und deren Kunden beträchtlichen Schaden zufügt, die Verbreitung von Kinderpornographie sowie Cyberattacken auf Schlüssel-Infrastrukturen und IT-Systeme. Nach Einschätzung von Europol ging die Zahl der Machenschaften mit Geldkarten europäischer Banken in den letzten Jahren zurück ― aufgrund des Einsatzes fortschrittlicher Schutztechnologien von Finanztransaktionen, in erster Linie Chip-und-PIN. Trotzdem sind die Kriminellen auf dem europäischen Bezahlmarkt noch überaus aktiv. Im vergangenen Jahr betrugen die Verluste, die mit Geldkarten und der Aktivität von organisierten kriminellen Gruppierungen in Zusammenhang stehen, auf europäischem Gebiet insgesamt um die 1,5 Milliarden Euro. 60% dieser Summe (900 Millionen) entfallen auf Transaktionen, die ohne Wissen des Kontoinhabers über das Internet, per Telefon oder Mail vorgenommen werden (sogenannte CNP-Transaktionen, card-not-present).

Nach Angaben von Europol fielen die meisten Kreditkartennummern, die von Cyberkriminellen für Käufe in europäischen Online-Shops genutzt werden, infolge von Lecks auf dem Gebiet der USA in fremde Hände. Um ein zusätzliches Sicherheitslevel bei Online-Bezahlung gewährleisten zu können, führen europäische Banken aktiv das Protokoll 3-D Secure ein, auf dem Services wie Verified by Visa und MasterCard SecureCode basieren. Leider ist diese Praxis in Westeuropa und anderen Regionen bisher noch nicht ausreichend verbreitet.

Quellen:

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