Der Vorfall mit Blue Security

Es gibt jede Menge Medien-Interesse am Blue Security Fall, dem israelischen IT-Sicherheits-Unternehmen, welches in 2005 eine Antispam-Kampagne unternahm. Als Spam-Analytikerin bin auch ich an diesem Thema interessiert. Ich denke, dass die kriminellen Internet-Gruppierungen wie Spammer, Hacker und Virenschreiber oftmals unterbewertet werden. Tatsächlich verfügen sie über gewaltige technologische Mittel, spezielle Programme und stellen für die Internet-Gesellschaft eine ernsthafte Gefahr dar. Genau dies bestätigt der Vorfall mit Blue Security.

Die uns vorliegenden Daten erlauben es nicht, über die nationale Zugehörigkeit des Spammers zu urteilen. Unsere Experten können die Behauptungen der Vertreter von Blue Security weder bestätigen noch verwerfen. Kaspersky Lab verfügt jedoch über mehrere Spam-Muster mit Bedrohungen, die an die Anwender von Blue Security verschickt wurden.

Bemerkenswert ist, dass die Spammer versuchen, ihre Aktionen damit zu rechtfertigen, dass Blue Security sie dazu gezwungen hätte: we dont want to, but BlueSecurity is forcing us (wir wollen ja nicht, aber Blue Security zwingt uns)

Die Spammer drohen den Anwendern auch damit, sie mit Bedrohungen zu bombardieren und auf diese Weise eine DoS-Attacke durchzuführen: you will end up recieving this message, or other nonsensical spams 20-40 times more than you would normally. How do you make it stop? Simple, in 48 hours, and every 48 hours thereafter, we will run our current list of BlueSecurity subscribers through BlueSecurity’s database, if you arent there.. you wont get this again. (Alles endet damit, dass sie 20-40 mal mehr diese Nachricht oder anderen sinnlosen Spam erhalten, als sie gewöhnlich bekommen. Wie können sie das stoppen? Sehr einfach, nach 48 Stunden, und dann noch mal nach 48 Stunden, überprüfen wir die aktuelle Liste der Abonnenten von Blue Security, und wenn sie nicht mehr darunter sind … erhalten sie diese E-Mail nicht mehr.)

Ich denke, dass dieses traurige Scheitern von Blue Security für die Spam-Analytiker nicht wirklich unerwartet kam. Natürlich sind wir nicht glücklich darüber, dass die Spammer diese Runde gewonnen haben. Die Destabilisierung von Webseiten jedoch, die im Spam erwähnt wird, ist mehr als zweifelhaft. Diese Methode ist weder ethisch noch legitim.

Der Weg, den Blue Security gewählt hatte, war mehr oder weniger zum Scheitern verurteilt, zumindest gab es negative Reaktionen vieler Vertreter der Internet-Gesellschaft, nicht nur der Spammer.

Derzeit gibt es eine Menge Spam-Filter, die der Spam-Flut effektiv den Weg in die Mailboxen der Endanwender abschneiden. Und für die Bestrafung der Spammer sind auf jeden Fall die jeweiligen Gesetzesorgane zuständig.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.