Cyber-Verbrecher missbrauchen Wirtschaftskrise

In den USA warnen Experten und Gesetzeshüter, dass innerhalb der vergangenen sechs Monate Internet-Betrügereien vermehrt aufgetreten sind. Dies berichtet das Wall Street Journal. Kriminelle machen sich dabei die marode Wirtschaftslage zunutze und locken Private sowie Firmen mit manipulierten Emails und Webseiten in die Falle.

Die gefälschten Mittelungen und Webseiten geben vor, von Banken oder Immobilientreuhändern zu stammen, sogar Emails im Namen des FBIs schicken die Angreifer aus. Auch Handys und Internet-Telefonie-Dienste seien nicht mehr sicher. Das Ziel ist dabei immer das gleiche: Bankverbindungen sollen ausgehorcht, um Geld zu stehlen oder persönliche Daten abgefangen werden, um Identitäten zu verkaufen.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner meldet unter Berufung auf Kundenaussagen, dass sich Cyber-Attacken auf US- und internationale Banken im letzten Halbjahr verdoppelt haben – darunter auch U.K., Canada, Mexico und Brasilien. Und obwohl die meisten Angriffe durch Sicherheitsnetze und die Masse an Spams von Filtern abgefangen werden, dürften den Kriminellen Millionen ungeschützte Opfer für ihre Machenschaften zur Verfügung stehen.

2009 gingen beim National White Collar Crime Center in Richmond, USA, bereits über 800 Beschwerden von Bankkunden ein, die sich über mysteriöse Überweisungen in der Höhe von 10 bis 40 Dollar beklagten. Das Internet Crime Complaint Center des FBIs bestätigt den Anstieg an Betrugsfällen. Im aktuellsten Internet Crime Report werden von 270.000 Beschwerden für 2007 angeführt. Der Verlust stieg auf 240 Millionen Dollar an – 40 Millionen Dollar mehr als 2006. Hinter diesen Verbrechen stünden meist gut organisierte Netzwerke, die grenzüberschreitend agieren.

Wurden die Attacken in Form von Spams in den vergangenen Jahren willkürlich an Internetnutzer versendet, gehen Cyber-Kriminelle mittlerweile gezielter vor und adressieren wohlhabende Familien und Angestellte im höheren Management. Anhand gesammelter Personendaten können Lock-Emails personalisiert verschickt werden, um vertrauenswürdiger zu wirken.

Personen, die über das Internet Arbeit suchen, seien ebenfalls gewarnt, so das WSJ. In Spam-Mails wird mit Arbeit von zuhause aus gelockt. 10 Prozent des Verdienstes dürfen behalten, der Rest müsse abgegeben werden, so der Tenor. Der Clou: Die Spammer geben fremde Adressen für die Lohnschecks an und hoffen darauf, dass jemand anderer die geleistete Arbeit bezahlt. 90 Prozent der Verdienste geht dann an die Betrüger.

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