Botmaster von Kelihos bauen Potential aus

Der britische IT-Sicherheitsforscher und Blogger MalwareTech, der sich intensiv mit der Aktivität von Botnets und Ransomware beschäftigt, hat eine drastische Zunahme der Kelihos-Infektionen registriert.

Nach Angaben des Experten begann das gleichnamige Botnetz, das auf den Versand von Spam – jetzt auch schädlichem – spezialisiert ist, sich Ende Juni spürbar auszudehnen. In der zweiten Junidekade stieg sein Bestand von 8.000 auf 13.000 Bots an, doch der größte Sprung erfolgte am 22. August, als innerhalb von 24 Stunden die Zahl der von MalwareTech registrierten Kelihos-Bots um das 2,5-Fache zunahm und auf 34.500 anstieg. Gleichzeitig und ebenso rasant hat auch die Zahl der Anfragen an den Ersatz-DNS zugenommen, mit dem sich der Schädling verbindet, wenn es ihm über einen gewissen Zeitraum nicht gelingt, Verbindung zu den Knoten des Botnetzes aufzunehmen.

Wie zu erwarten war, wurden die meisten neuen Infektionen mit Kelihos in der Türkei, Mexiko, Indien, dem Iran, Brasilien und anderen Schwellenländern registriert.

Nachdem der Schädling auf den Versand von Schadspam umgestellt worden war (früher wurde dieses Botnetz lediglich zur Promotion aussichtsloser Aktionen nach dem Schema pump & dump oder zum Bewerben von Dienstleistungen nicht lizenzierter Online-Apotheken eingesetzt), brachte Kelihos zunächst aktiv den Erpresserschädling mittleren Formats WildFire Locker in Umlauf. Der Beobachter ist der Meinung, dass das für die Betreiber des Botnetzes eine Art Probellauf war, den nach WildFire machten sie sich an die Verbreitung eines Erpresserprogramms eines anderen Autors sowie eines Bank-Trojaners, der auf dem Quellcode von ZeuS basiert.

„Es ist durchaus möglich, dass dem Kelihos-Betreiber bewusst geworden ist, dass es weitaus einträglicher ist, Erpresser-Schädlinge und Bank-Trojaner via Spam zu verbreiten, als die aussterbende Praxis pump and dump zu unterstützen“, schlussfolgert MalwareTech.

Quelle: MalwareTech

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