Beinahe-Freispruch für Teenager-Hacker

Aufatmen für den 18-jährigen „Hacker-König“ Owen Thor W.: Der im April verhaftete Programmierer eines gefährlichen Computervirus ist am Dienstag von einem neuseeländischen Gericht nur zu einer Entschädigungszahlung verurteilt worden. Der jugendliche Ausnahme-Hacker schrammte damit nur knapp an einer Haftstrafe vorbei. Der Teenager hatte unter dem Codenamen „Akill“ eines der größten Botnetze aller Zeiten kontrolliert und damit einen Millionenschaden angerichtet – nun soll er den Behörden im Kampf gegen andere Hacker beistehen.

Owen Thor W. hatte sich zuvor in sechs Fällen von Internetkriminalität schuldig bekannt. Schätzungen zufolge hat W. ein Schaden von rund 13,5 Millionen Euro zu verantworten. Das Gericht in Hamilton nahe Auckland urteilte dennoch milde: Richterin Judith Potter ordnete an, dass der junge Mann lediglich etwa 6600 Euro Entschädigung zahlen soll. Künftig soll W. die Seiten wechseln und von nun an seine außergewöhnlichen Fertigkeiten in den Dienst des Gesetzes stellen. Die neuseeländische Polizei hofft, mit seiner Hilfe andere Hacker dingfest zu machen.

Bis zu „Akills“ Festnahme im November 2007 war der junge Mann Kopf eines weltweiten Hackerrings, der rund 1,3 Millionen Computer infizierte. W. hatte sich das Programmieren selbst beigebracht. Der Junge leidet am Asperger Syndrom, einer abgemilderten Form des Autismus. Er entwickelte einen einzigartig verschlüsselten Virus, der von gängigen Anti-Viren-Programmen nicht entdeckt werden konnte. Internationale Ermittler bezeichneten das von dem Teenager entworfene Programm als „eines der ausgefeiltesten“, das ihnen je begegnet sei.

Der Super-Virus verschaffte der Hackerbande Zugang zu Nutzernamen, Passwörtern und Kreditkarten-Informationen. Der Junge hatte der Anklage zufolge für sein Programm umgerechnet rund 20.000 Euro kassiert. Aufmerksam wurden die Ermittler auf die gefährliche Software, als im Jahr 2006 der Server der Universität von Pennsylvania nach einer Attacke abstürzte. Damals waren rund 50.000 Zombie-PCs an dem Großangriff beteiligt. Die US-Bundespolizei FBI arbeitete auf der Suche nach den Urhebern mit neuseeländischen und niederländischen Behörden zusammen. Der junge Mann lebte damals bei seinen Eltern. Diese gingen einer Polizeimitteilung zufolge davon aus, dass ihr Sohn sich mit legaler Programmiertätigkeit beschäftige.

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