APWG über Phisher-Aktivität im 2. Quartal 2013

Nach Angaben der Anti-Phishing-Arbeitsgruppe (APWG) ging die Zahl der Phishing-Versendungen von April-Juni des laufenden Jahres um 27% zurück. Die Experten weisen darauf hin, dass diese Entwicklung vorhersehbar war: Im Sommer sind die Phisher erfahrungsgemäß weniger aktiv.

Wie auch im vorangegangenen Quartal schwankte die Zahl der Phishing-Sites, die monatlich entdeckt wird, zwischen 36.500 und 44.500. Die Gesamtzahl der Domains, in denen Köderseiten gefunden wurden, betrug 10.000-12.000, wobei 44% dieser Funde auf die TLD-Zone .COM entfielen.

Die Liste der Länder, die Phisher-Fälschungen hosten, wurde im zweiten Quartal von den USA angeführt, deren Anteil insgesamt innerhalb von 3 Monaten von 36 auf 45,5% anstieg. Die zweite Position besetzten abwechselnd Honkong, Russland und Kanada, die dritte Russland, Großbritannien und Frankreich. Unter den TOP 5 waren zudem Deutschland (4. Platz) und Kanada, das im Mai seinen Platz an Finnland abtrat. Dabei wiesen die Experten darauf hin, dass Russland im Juni noch nicht einmal unter den ersten Zehn war, obgleich solche Sprünge normalerweise nicht lange Bestand haben.

Die Zahl der von Phishern angegriffenen Marken war von April bis Ende Juni mit 639 außergewöhnlich hoch. Die größte Vielfalt bei den Phisher-Imitationen gab es im April, wobei sogar der im November 2012 aufgestellte Rekord gebrochen wurde. Das Rating der populärsten Phishing-Zielscheiben wird nach wie vor von den Bezahldiensten angeführt, auf die im zweiten Quartal 47,6% der Attacken entfielen. Die zweite Position belegten die Finanzinstitute (27,3%), die übrigen Plätze waren in etwa so wie im ersten Quartal des Jahres verteilt. Eine Ausnahme bildete lediglich die Kategorie „Computer- und Online-Games“, deren Anteil von 5,66 auf 2,03% zurückging.

Auch die Menge der von Phishern verwendeten Schadprogramme nimmt weiterhin zu. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2012 betrug dieser Zuwachs 12%, verglichen mit dem Dezember sogar 17%. Nach Angaben von Panda Security, einem der ständigen Coautoren der Quartalsberichte von APWG, bevorzugen die Phisher unter allen Schädlingsarten eindeutig die Trojaner. Im zweiten Quartal 2013 entfielen auf die Trojaner 77,2% der von den Experten entdeckten Schadprogramme.

Der wichtigste Hoster von Phishing-Trojanern und Downloadern sind nach den Ergebnissen des 2. Quartals die USA, deren Anteil innerhalb von drei Monaten von 26,8 auf 40,7% anstieg. Im Mai trat dieses Land die Spitzenposition zeitweise an Deutschland ab, das während des gesamten Berichtszeitraums seinen Wert ständig verschlechterte, und zwar von 18,3 auf 30,4%. Zu den TOP 5 gehörten außerdem China und Russland, auch wenn deren Werte um das 5- bis 10-Fache geringer waren als die der Länder auf den führenden Plätzen.

Wir machen darauf aufmerksam, dass die Quartalsberichte von APWG auf der Grundlage von Daten erstellt werden, die von zur APWG gehörenden Unternehmen und Partnern zur Verfügung gestellt werden, sowie aufgrund von selbständigen Untersuchungen der teilnehmenden Unternehmen. Eine individuelle Versendung nennen die Kämpfer gegen das Phishing die Gesamtheit von Ködermails im Monat, die ein und dasselbe Thema in der Betreffzeile verwenden. Individuelle Phishing-Websites zählt APWG nach Anzahl der Basis- URL, die in den Namen gefunden werden. Die Zahl der neuen beim Phishing verwendeten Schädlinge wird auf der Grundlage von MD5-Hashes bestimmt.

Quelle: APWG

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