419s – „nigerianische“ Grüße aus Russland

Sogenannter nigerianischer Spam, (419 scam E-Mails -Vorschussbetrug) steht schon längst in keinem Zusammenhang mehr mit dem Staat Nigeria. Spammer nutzen jede beliebige Möglichkeit, wählen beliebige Regionen oder Länder, die als bestechlich oder instabil gelten, um vertrauensselige Anwender zu angeln.
Ende März registrierten die Spam-Analytiker von Kaspersky Lab einen Spam-Versand mit einem bereits traditionellen „nigerianischen“ Angebot. Hierbei ging es darum, bei der Überweisung einer gewissen Geldsumme gegen gute Prozente behilflich zu sein. Diesmal versteckten sich die Spammer unter der Maske eines angenommenen Finanzanalytikers aus Russland. Natürlich war es eine erfundene Person. Diejenigen Anwender, die in Erwartung der Prozente, diesen Deal mit den Spammern eingehen, werden wohl kaum die versprochenen Summen erhalten. Vielmehr verlieren sie ihr gesamtes Vermögen.

Im Großen und Ganzen ist der Text typisch für „nigerianischen Spam“, aber es gibt einige Besonderheiten:

  • Die russische Thematik in derartigem Spam ist eine Seltenheit. Es ist der erste Spam dieser Art nach der Welle „nigerianischer Briefe“ von einer Pseudo-Frau/Liebhaberin/Sekretärin des ehemaligen Yukos-Chefs Michail Chodorkowski.
  • Die relativ bescheidenen Summen , die für die Hilfe bei der Geldüberweisung als Gegenleistung angeboten werden. Gewöhnlich geht es in den nigerianischen Briefen um Millionen, oder gar Milliarden Dollar. Die versprochenen 20-25% von dieser Summe bilden ein ganzes Vermögen. Hier jedoch sind viel bescheidenere Ziffern genannt.

Höchstwahrscheinlich haben wir es mit einer neuen psychologischen Herangehensweise zu tun. Von großen Summen und ungewöhnlichen Versprechen sind die Anwender schon satt. Das neue Versprechen sieht viel realistischer aus und lässt den Anwender darüber nachdenken: „Es könnte ja klappen. Vielleicht ist es ja kein Betrug…?“

Lassen wir uns nicht darüber hinweg täuschen! Es ist genauso ein Betrug, wie jeder andere bisherige nigerianische Spam.

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