15.000 Rechner per Tauschbörse infiziert

Geständnis gegen Strafmilderung: Ein 19-jähriger US-Bürger bekennt sich in einem Prozess schuldig, über ein Botnetz Kreditkartendaten abgegriffen und mehr als 20.000 Dollar gestohlen zu haben. Die Rechner habe er über Tauschbörsen und Chat-Systeme unter seine Kontrolle gebracht.

Fast 20.000 Dollar in sechs Monaten – kein schlechter Verdienst für Nebenbeikriminalität: Ein 19-Jähriger aus Wyoming erklärt in einem schriftlichen Geständnis, aus dem das US-Magazin “ Wired“ zitiert, wie er im vorigen Jahr gut 15.000 Computer unter seine Kontrolle brachte, ausspähte und für Attacken auf Web-Seiten nutzte.

Der 19-Jährige steht vor einem US-Gericht, das Geständnis ist Teil einer Verständigung mit der Staatsanwaltschaft in dem Strafverfahren. Der Computer-Gauner hatte den Nugache-Wurm programmiert und zunächst über eine manipulierte Software in Umlauf gebracht. Er bot auf einer Web-Seite eine Version der Tauschbörsen-Software Limewire zum Download an. Einmal installiert, schnitt das Programmpaket alle Login-Daten mit, die auf den infizierten Rechnern eingetippt wurden und mailte sie regelmäßig an den Botnetz-Boss zurück. Später nutzte der Gauner sein Botnetz, um über das Chat-Programm AIM Spam-Nachrichten mit Links zu infizierten Downloads zu verbreiten.

Weil er nicht nur Kreditkartennummern, sondern einen Zugriff auf die entsprechenden Konten hatte, gelang es dem Angreifer, die Telefonnummern der Kontenbesitzer zu löschen und von ihm selbst registrierte Skype-Telefonnummern als Kontaktinformation einzugeben.

So konnte er sicher sein, dass etwaige Rückfragen zu Buchungen bei ihm landeten und die Opfer den Missbrauch möglichst lange nicht bemerkten. Insgesamt hat der Täter seinem Geständnis zufolge mit den Kreditkartendaten seiner Opfer Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 20.000 Dollar bezahlt.

Der 19-Jährige gesteht außerdem, das von ihm kontrollierte Botnetz auch dafür genutzt zu haben, die Website eines Unternehmens so lange mit Anfragen zu überschwemmen, bis der Server unter der Anfragelast zusammenbrach.

Auch nach Geständnis und Verständigung mit der Staatsanwaltschaft droht dem 19-Jährigen eine Gefängnisstrafe: Bis zu fünf Jahre Haft sind nach dem Abkommen als Maximalstrafe möglich. Unabhängig davon, welches Strafmaß das Gericht festsetzt, verpflichtet sich der Hobby-Gangster, 73.000 Dollar Strafe zu zahlen.

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